Mindful Globetrotter – Thailand – Tag 1

 

Endlich war es soweit! Die erste Mindful Globetrotter Reise begann. Was als kleine, verrückte Idee in meinem Kopf herumgegeistert war würde sich nun manifestieren. Ich gebe zu, ich war ein bisschen aufgeregt, freudig aufgeregt. Von all den Interessenten waren am Ende zwar bloss noch zwei übrig geblieben, aber was machte das schon! Ich stand am Beginn eines neuen Kapitels, ein Strauss neuer Abenteuer und Erfahrungen lag vor mir.

Ich hatte mich gut vorbereitet. Das Programm für die kommenden zwei Wochen war vorgeplant, liess aber noch genügend Platz, um eventuell noch auf individuelle Wünsche eingehen zu können. Das Hotel war gebucht, Transportmöglichkeiten hatte ich gecheckt – kurz, ich hatte alles im Griff. Dachte ich zumindest…. 😉

Und dann kam der Regen. Es schüttete wie aus Eimern! Völlig ausserhalb der Norm (es regnet nie im Januar in Chiang Mai!!) regnete es ununterbrochen und die Temperaturen sanken schlagartig um rund zehn Grad.

Die Asiaten sind ja pragmatisch. Innerhalb von 30 Minuten tauchten überall in den Läden und Buden Regenschirme und bunte Plastikplanen auf und schon bald liefen alle Traveller gleich herum: nämlich in müllsackähnlichen Tüten, die in einer putzigen Zipfelkapuze ausliefen und zumindest kursfristig einen kleinen Schutz gegen die strömenden Wasser boten. Ein sehr ungewöhnlicher Anblick! 😉

RegenzwergeIch kaufte gleich mal drei von diesen Planen und machte mich auf den Weg, um Gabriele und Constanze abzuholen, die mit mir für die nächsten zwei Wochen unterwegs sein würden. Beide nahmen die Plastikplane gerne an, fanden aber ansonsten, dass das Wetter völlig wurscht sei und sie sich freuen würden, hier zu sein. Easy going – das ist gut!!

 

Wir liessen den Tag ganz gemütlich angehen. Erstmal ankommen, auspacken, sich gegenseitig kennenlernen und ein wenig in der Stadt herumbummeln, ausgiebig etwas essen gehen und hier ganz neue Geschmackserlebnisse geniessen und dann gleich eine richtig schöne und ausgiebige Massage. Ich hatte schon einen guten Salon ausfindig gemacht und so liessen wir uns fachkundig den Jetlag aus dem Körper kneten.

Dann schlenderten wir noch so ein bisschen durch die Stadt und über einen kleinen Markt, der auf dem Tapae Gate Platz gerade stattfandt. Hier wurden auch schon jede Menge Fotos gemacht, erste Shoppinggelüste kamen auf und es wurde (noch) vorsichtig einmal das street food ausprobiert. Das war aber auch verlockend: überall wurde gebrutzelt und gekocht und gegrillt, es duftete schon von weitem! Und alles wurde frisch zubereitet: Currygerichte und Sataispiesschen, gegrillter Fisch, Garnelen, Kebse, Tintenfisch, pikante Schweinswürstchen, Hühnchen,  Nudelgerichte, Suppen, Frühlingsrollen und natürlich auch Klebreis mit frischer Mango, junge Kokosnüsse und Fruchtshakes aller Art. Die Augen gingen uns fast über und viel zu schnell waren wir satt.

Leider regnete es schon wieder/ immer noch, aber das hielt uns nicht wirklich ab. Die beiden wollten immer noch weiter spazieren und schauen und Fotos machen und die Stadt und all diese fremden Eindrücke in sich aufnehmen. Und so gingen wir immer weiter und noch um diese Ecke und durch jene Gasse, immer weiter. Und plötzlich hörten wir Musik live aus einer Bar dringen. Ein kurzer Blick und schon suchten wir uns in der kleinen Kneipe ein Eckchen.

Wie sich herausstellte treffen sich hier einmal in der Woche Menschen (Urlauber), die gemeinsam musizieren. Heute gab es eine Querflöte aus Schottland, eine Violine aus Italien, eine Mundharmonika und Gitarre aus Gross Britannien und einen Sänger mit Gitarre aus Chiang Mai. Er ist Herz und Kopf dieser „Band“, die sich aus jahrelangen Urlaubern zusammensetzt und eine echte Type! Ein thailändischerAlthippie wie er im Buche steht! 😉

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Sie spielten alle diese typischen uralten Strassenmusikerlieder wie „Blowing in the wind“, „Streets of London“, und so weiter mit viel Herz und Spass und niemanden interessierte es im Mindesten, wenn sich einmal ein falscher Ton einschlich oder ein kleiner Hänger im Text war. Alle Anwesenden sangen mehr oder weniger lautstark mit, wir natürlich auch. Als die Musiker aufhörten kam der „Leadsänger“ an unseren Tisch, stellte uns alle vor und erzählte uns ein bisschen aus seinem Leben, von Chiang Mai im Besonderen und Thailand im Allgemeinen. Wir fühlten uns irgendwie gleich aufgenommen.

Was für ein Abschluss für den ersten Tag! Mit glänzenden Augen und noch immer leise vor uns hin singend gingen wir zu unserem Hotel zurück. Die ungeplanten Dinge, die einfach so passieren sind halt immer noch die besten!