Wirklichkeit und Wahrnehmung – was ist real?

Was ist wirklich, real? Was bestimmt meine/ deine/ unsere Realität?

vexirbild 1Realität ist das, was ich wahrnehme. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass das was ich wahrnehme, die Wirklichkeit ist und zwar so, wie sie tatsächlich ist. Richtig?

Falsch! Unsere Wahrnehmung ist lückenhaft und subjektiv und alles andere als absolut! Schauen wir uns das doch einmal genauer an:

Wir nehmen nur einen Bruchteil der „tatsächlichen Realität“ auch wirklich wahr.

Das meiste wird ausgefiltert! Das hat zum einen damit zu tun, dass unser Tagesbewusstsein nur rund vierzig Informationen pro Sekunde aufnehmen und verarbeiten kann. Es strömen aber unverhältnismässig viel mehr Informationen auf uns ein. Würden diese nicht ausgefiltert werden, so würden wir komplett verrückt werden.

Zum Anderen agieren auch unsere Sinnesorgane als Filter, die uns sehr effektiv vor einer Überstimulation beschützen. Wir können nur einen bestimmten Teil von Licht wahrnehmen und auch nur eine gewisse Bandbreite von Tönen – das ist nicht neu. Viele Tiere nehmen unsere Umwelt deutlich differenzierter wahr als wir Menschen. Auch viele Menschen haben eine andere (übersinnliche) Wahrnehmung, z.B. Hellsichtige, Medien, Hochsensitive…..

Hier haben wir also schon einmal zwei sehr effektive Filter, die uns schützen und unsere Wahrnehmung deutlich einschränken.             Wir nehmen also keinesfalls die komplette Realität wahr, sondern nur einen kleinen Teil.

Zudem ist es relativ einfach, unsere Sinneswahrnehmung absichtlich zu manipulieren. Beispielsweise unsere Augen! Denke nur einmal an den Zauberer, der das Kaninchen vor deinen Augen aus dem leeren Zylinder „zaubert“! Natürlich wissen wir, dass es nur ein Trick ist, aber  g e s e h e n  haben wir genau das! Und wie ist das mit unserem Geschmackssinn? Hast du schon mal ein Stück Schokolade gegessen und gleich darauf einen Schluck von deinem Lieblingswein getrunken?! Du weisst, was ich meine – dein Geschmackssinn ist total verändert. Aber unser Tastsinn, auf den können wir uns doch bestimmt verlassen? Fass einmal ein Stück Trockeneis an und ich wette mit dir, du empfindest es als heiss!

Vexirbild Unsere Sinneswahrnehmungen sind also nicht immer gleich und zudem noch einfach zu manipulieren.

Und nun kommt noch ein weiterer sehr wichtiger Faktor dazu, und das ist unser Fokus. Wir nehmen genau das wahr, worauf unser Fokus liegt.

Stell dir vor, du fährst im Auto und es kommt dein Lieblingslied im Radio. Du singst laut mit und bist stark auf die Musik fokussiert. Plötzlich steigt dein Vorderfahrer wie verrückt in die Eisen! Dein Adrenalin schiesst in die Höhe, dein Körper schaltet um auf Stress und du versuchst, so hart zu bremsen wie du kannst und gleichzeitig die Kontrolle über deinen Wagen zu behalten. Uff, gerade noch mal gut gegangen! Und dann hörst du auch die Musik wieder……dein Gehirn hatte die Musik automatisch als unwichtig in der Situation ausgeblendet und du hast sie nicht mehr wahrgenommen. Nichtsdestotrotz hat das Radio natürlich weitergespielt. Partielle Wahrnehmung nennt man das.

Wenn du so richtig verliebt bist, passiert das Selbe – du nimmst nur noch die Person wahr, in die du verliebt bist, die restliche Welt blendest du einfach aus. Und damit nicht genug, du blendest auch bei der geliebten Person alles aus, was eventuell nicht in dein Schema passen könnte: die berühmte rosarote Brille ! 😉

Was meinst du? Bist du immer noch der Meinung, dass das, was du wahrnimmst die Realität ist???

Zusammengefasst bedeutet es: Meine eigene persönliche Realität besteht aus dem, was ich wahrnehme. Sie ist (m)eine bunte Facette aus dem grossen Bereich der absoluten Realität.

  • Aufgrund meiner körperlichem Voraussetzungen nehme ich eine gewisse Bandbreite an Informationen auf.
  • Mein Gehirn verarbeitet diese Informationen aufgrund der eigenen Kapazität und des entsprechenden Trainings.
  • Mein Fokus (bewusst oder unbewusst) bestimmt zum grössten Teil, was ich wahrnehme.

So, und was machen wir nun mit diesem ganzen Wissen? Hier ist meine persönliche kleine Inspirationsliste:

  • Ich setze meinen Fokus bewusst auf all die wunderbaren Menschen, Situationen und Dinge in meinem Leben
  • Ich bringe mich immer wieder in Situationen, wo ich meinen Blickwinkel ändern muss 
  • Ich erlerne häufig Neues
  • Ich entspanne mich regelmässig und meditiere
  • Ich schlafe ausreichend
  • Ich vertraue mich der Führung meines Unterbewusstseins an
  • Ich trainiere meine Wahrnehmung und bemühe mich um verschiedene Blickwinkel und Beurteilungen

So, nun wünsche ich dir viel Spass beim Erkunden deiner Wahrnehmung. Über dein feedback zum Artikel und deine Erfahrungen zum Thema würde ich mich sehr freuen!

Geniesse den Tag!

Deine Nicole