Das Dilemma der Entscheidung

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WORKSHOP:  EMOTION – VISION – KREATION

Am 27. und 28. Juni findet auf Mallorca mein erster offizieller Workshop statt. Damit gehe ich jetzt endlich den nächsten Schritt und beginne, nach über 15 Jahren Therapeutentätigkeit und mehreren Jahren 1:1 Coachings, mein Wissen und meine Begleitung in einer Gruppe weiterzugeben. Ich freue mich sehr auf dieses Event und auf all das Neue, das nun auf mich zukommt.

Weitere Infos findest du hier……

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So, und nun zum heutigen Artikel: Das Dilemma mit den Entscheidungen….

zwischen 2 StühlenIn der letzten Zeit bin ich besonders häufig von Menschen in meinem Umfeld angesprochen worden, die für sie wichtige Entscheidungen zu treffen hatten und dabei irgendwie völlig im Nebel standen. Noch bis vor kurzem waren es hauptsächlich Partnerschaftsgeschichten, doch jetzt scheint es mehr um die Arbeit zu gehen. Diese Menschen fühlen sich buchstäblichen zwischen zwei Stühlen….

……ich habe keine Ahnung, was ich nach der Schule machen soll……

…..meine Ausbildung habe ich abgeschlossen, aber eigentlich würde ich lieber etwas anderes machen. Bloss was?…….

……seit Jahren mache ich jetzt diesen Job, aber irgendwie fühlt sich das nicht mehr richtig an – es macht gar keinen Spass mehr…….

…….ich möchte nicht mehr so einen grossen Teil meines Lebens mit Arbeiten verbringen, sondern mehr Zeit für mich haben. Wie soll ich das bloss machen?……..

…….ich würde gerne einmal etwas völlig Neues machen. Aber was? Ich bin ja auch schon 30/40/50/60…..wer will mich denn da noch?…….

…….ich weiss nicht mehr, ob ich tatsächlich auf dem richtigen Weg bin!…….

Wie kommt es nur, das plötzlich so viele Menschen, durchaus auch sehr erfolgreiche Menschen, anfangen ihre Berufswahl, ihren Job, ihre Firma, ja ihr Leben in Frage zu stellen? Ausserdem scheinen sie eher verwirrt als frustriert zu sein; die Frustration kommt erst später wenn der Weg aus der Verwirrung nicht zu finden ist.

Ich selbst bin auch ein Mensch, der sich mit Entscheidungen eher schwer tut. Bei wichtigen Sachen muss ich immer erst viel hin und her überlegen, abwägen und hinspüren. Irgendwann fällt dann die Entscheidung und dann fliesst es wieder. Bis es allerdings soweit ist geht es mir nicht gut. Ich fühle mich zerissen zwischen den verschiedenen Möglichkeiten und obwohl ich weiss, dass es mir hinterher besser geht kann ich eine Entscheidung doch nicht vorwegnehmen.

Kennst du das auch? Wahrscheinlich, denn es scheint ein urmenschliches Phänomen zu sein; Frauen und Männer scheinen gleichermassen betroffen, Junge und bereits Gereifte, Arbeiter genauso wie Angestellte und sogar Selbstständige, eher Arme und eher Reiche…….ich konnte bisher keinen Unterschied feststellen. Ich würde sogar sagen: je älter du bist und je mehr du durch einen Wechsel „zu verlieren“ hättest, desto schwerer scheint die Entscheidung zu fallen.

Warum wollen wir überhaupt erwas verändern?

  • unsere Werte verändern sich: weg von Aufbau und Wachstum um jeden Preis hin zu einem starken Wunsch nach menschen- und umweltfreundlicheren  Arbeitsbedingungen
  • wir werden bewusster: unser persönliches Wohlergehen steht mehr denn je im Vordergrund. Und damit es uns gut geht brauchen wir Zeit, um uns um uns zu kümmern.
  • wir erkennen mehr und mehr: die Mehrheit von uns wird ausgenutzt, um ein System am Laufen zu halten, das wir bewusst so mehrheitlich eher nicht möchten und das uns nicht guttut.
  • oft sind wir auch ganz einfach am Ende unserer Kräfte angekommen und werden quasi gezwungen, etwas zu verändern
  • und dann gibt es natürlich noch einen bunten Strauss an persönlichen Gründen (lass mich gerne deine wissen!)

Das wäre also die Motivationsseite. Wenn wir uns mit diesen Punkten auseinander setzen verspüren wir den starken Wunsch, etwas Grundlegendes zu verändern. Wir fühlen uns beflügelt und freudig erregt wenn wir eventuelle Möglichkeiten durchgehen.

Doch dagegen stehen natürlich auch ein paar Punkte:

  • Angst, vor finanziellem Verlust und Armut
  • Befürchtungen, als Spinner/ Versager/ Hippie/ Verrückter/…..ausgegrenzt und abgelehnt zu werden
  • Angst, die falsche Entscheidung zu treffen
  • Befürchtungen, hinterher (noch) unglücklicher zu sein
  • Angst, seine Pflicht zu vernachlässigen
  • und auch hier gibt es eine grosse Palette an persönlichen Gründen (ich bin neugierig!)

Hier fühlen wir uns deprimiert und ängstlich, eher kraftlos und unmotiviert, es erscheint uns unter diesen Umständen enorm schwierig bis unmöglich, eine Veränderung umzusetzen.

Wir nehmen beide Seiten als wahr und berechtigt wahr und stecken somit im schönsten Dilemma fest.

Was also tun?

Meiner Meinung nach gibt es folgende Möglichkeiten:

1. Du entscheidest dich, einfach nichts zu tun, bleibst in deinem Dilemma stecken und leidest mehr oder weniger still vor dich hin. 

2. Du entscheidest dich für die eine und gegen die andere Möglichkeit, löst somit dein Dilemma und hast eine ziemlich gute Chance auf eine zufriedenstellende Lösung.

3. Du entscheidest dich für eine sowohl-als-auch-Lösung und versuchst, beide Möglichkeiten unter einen Hut zu bekommen. Auch hier löst du dein Dilemma und hast eine ebenso gute Chance auf eine zufriedenstellende Lösung.

Wir nehmen mal ein Beispiel: stell dir vor, du möchtest eigentlich Bilder malen, denn das ist deine Leidenschaft. Aber du hast eine Familie zu versorgen und musst arbeiten gehen. Dilemma!

Möglichkeit1: Du bleibst im Dilemma stecken und bist im Grossen und Ganzen relativ unglücklich……ich schmücke das hier nicht aus, jeder kann sich vorstellen, wie es dir geht, was in deiner Partnerschaft/ Familie abgeht, mit welcher Motivation du zur Arbeit gehst….

Möglichkeit2: Du entscheidest dich bewusst, entweder a) für deine Malerei: du malst mit deinem ganzen Herzblut und blühst förmlich auf, weil du tust, was du liebst. Die Chance ein ordentlich bezahlter Künstler zu werden stehen bestimmt 50/50. Vielleicht kannst du sogar Malkurse geben und so andere mit deiner Inspiration anstecken?                                                                                                                      Oder du entscheidest dich b) für deinen Job, der dich zwar nicht erfüllt, aber doch Sicherheit bietet und die Rechnungen bezahlt. Da du dich ganz bewusst so entschieden hast, gibst du deiner Arbeit jetzt eine andere Wertigkeit. Du bist nicht mehr das arme Opfer, sondern du hast dir diese Arbeit ausgesucht. Es geht dir mir diesem mindshift ganz sicher viel besser!

Möglichkeit3: Du entscheidest dich, nur noch halbtags zu arbeiten (für die Sicherheit) und halbtags zu malen (für die Leidenschaft). Eventuell musst du eine Zeitlang finanzielle Abstriche hinnehmen, oder dich mit dem Unverständnis deiner Umwelt auseinandersetzen, aber du hast einen für dich gangbaren Kompromiss gefunden. Und auch hiermit geht es dir sicher viel besser als vorher.

Wenn du also in einem Dilemma steckst dann:

  • denke nach, was du willst und was du nicht willst (schreib es auf!)
  • was ist dein genau definiertes Ziel? (schreib es auf!)
  • welche Wege gibt es zum Ziel? (schreib ALLES auf, was dir einfällt!)
  • streiche weg, was für dich nicht machbar erscheint, aber denke genau darüber nach, ob es nicht doch gehen könnte!
  • schau dir genau an, was übrig bleibt, Hier erscheint die Lösung meist ganz klar.
  • Entscheide dich mit deinem Verstand. (Oder geh noch zwei Schritte weiter)
  • Denke über diese Lösung nach, stell sie dir vor, je genauer je besser, mit allen Einzelheiten. Spüre sie….
  • Was fühlst du? Freude oder Angst?
  • Entscheide dich für den Weg der Freude = den Weg deines Herzens.

Ist ein langer Artikel geworden heute. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, ihn zu lesen! Das bedeutet mir viel!                               Ich freue mich auf deine persönliche Geschichte, wenn du sie mir erzählen willst. Und auf deine Kommentare.

Danke – und geniesse den Tag!

Deine Nicole

 

Die Kunst des Langsamen, Teil 3: Tips

DSC_0069Heute möchte ich mit dir teilen, was ich tue, um dem Stress die Zügel anzulegen. Denn auch ich bin manchmal überarbeitet und der Tag ist schon zu Ende, obwohl noch eine Million Dinge zu erledigen wären. Ich weiss also, wie du dich fühlst! 😉

  1. Atme! Bewusst langsam und tief, ein und aus……dadurch vermittelst du deinem Gehirn Ruhe und Enstpannung, wodurch wiederum andere Hormone und Botenstoffe ausgeschüttet werden, die ihrerseits dann das Stresslevel senken. Also die Umkehrung der Stress-Spirale
  2. Organisiere dich! Verschaffe dir einen Überblick, was zu tun ist, setze Prioritäten und deligiere oder streiche etwas von deiner Liste wenn möglich. Baue  i m m e r  einen Puffer für Unvorhergesehenes mit ein. Und nun nimm deine Punkte nacheinander und breche sie in kleinere Unterpunkte herunter, falls nötig. Jetzt holst du dir eine schöne Tasse Tee, atmest dabei tief und langsam, beruhigst deine Nerven und lässt deine Augen sich kurz erholen. Geniesse den ersten Schluck Tee und beginne damit deine Liste systematisch von oben nach unten abzuarbeiten.
  3. Nimm deine Beurteilung zurück! Anstatt zu sagen oder zu denken: “ ich muss noch dies und das und das andere auch noch…..das schaff ich ja nie…was für ein Stress!“ formuliere anders. Zum Beispiel: „Jetzt  mache ich das.“ Punkt. Fertig. Und dann machst du das und wenn du fertig bist dann denkst du wieder „Und jetzt mache ich dies.“ Du glaubst nicht, wie unglaublich effektiv diese Herangehensweise ist!
  4. Erlaube nicht, dass dich Unwichtiges ablenkt. Das private Handy bleibt auf lautlos und in der Tasche, facebook, twitter & Co. sind geschlossen. Schliesse auch dein e-mail Programm wenn du nicht darin arbeitest – das ständige „Ping“ macht einen verrückt. 😉
  5. Nach ungefähr einer Stunde machst du Pause. Du stehst auf, reckst und streckst dich einmal, gehst ein wenig herum und schaust aus dem Fenster. So erholen sich deine Augen, dein Kreislauf wird angeregt, das Gehirn bekommt wieder mehr Sauerstoff und so kannst du dich wieder viel besser konzentrieren. Diesen Punkt mehrmals pro Tag wiederholen! Ich verspreche dir, du bist viel leistungsfähiger und hast die zwei, drei Minuten in null komma nix wieder aufgeholt.
  6. Zurück gekommen erledigst du zuerst die e-mails, falls nötig und kehrst dann zu deiner Liste zurück. Ohne wenn und aber. Kommt unerwartet eine neue Aufgabe auf dich zu, dann baue sie in deine vorhandene Liste mit ein, je nach dem welche Priorität du einräumen musst.
  7. Hast du eine Aufgabe erledigt, dann hake sie auf der Liste ab und lobe dich innerlich dafür!
  8. Lerne, auch einmal Nein zu sagen! Niemand kann alles an einem Tag erledigen. Kommuniziere klar, dass etwas noch warten muss, damit sich der Andere (Kunde, Chef, Kollege) darauf einstellen kann.
  9. Nimm deine Mittagspause wahr! Iss wenig und kein Junkfood. Am besten pflanzlich, vollwertig. So bekommst du langsame Energie, die lange anhält und nicht zur einen schnellen Kick auf den dann das bodenlose Loch folgt. Wenn du kannst mach einen kleinen Spaziergang und/ oder lege dich für ein paar Minuten hin. Du kannst auch eine kurze Meditation machen, z.B. diese hier.
  10. Überprüfe deine Liste: alles Erledigte abgehakt? Haben sich neue Prioritäten ergeben? Kannst du noch etwas deligieren? Dann kehre zu deiner Liste zurück.
  11. Nimm dir am Ende deines Arbeitstages zwei Minuten Zeit und schau, was du alles geschafft hast (beachte nicht, was du noch alles machen müsstest!). Wertschätze, wieviel du heute erledigt hast und lobe dich dafür. Bedanke dich innerlich, dass du so ein leistungsfähiger Mensch bist und deinem anspruchsvollen Jub gerecht wirst.
  12. Zieh die Tür hinter dir zu und schliesse deinen Arbeitsordner im Verstand. Atme. Lass die Arbeit los. Geniesse es, einen Moment im leeren Raum zu stehen bevor du dich gedanklich deinem Zuhause zuwendest. Beginne dich zu freuen, auf dein Zuhause, deine Familie, das Abendessen, eventuelle Aktivitäten……

Wie du siehst, gibt es ein paar Dinge, die du im Aussen beachten und eventuell verändern kannst. Doch der Grossteil von Stress passiert in unseren Köpfen und hier müssen dementsprechend auch die Veränderungen stattfinden. Weg von druckvollen und lähmenden Gedanken (…das schaff ich ja nie) hin zu unterstützenden, kraftspendenden Gedanken (sich loben, wertschätzen, danken).

Alles beginnt mit einem Gedanken! Und sie sind unglaublich machtvoll. Nutze diese Macht und gestalte dir ein stressfreieres Leben.

Erzähle mir, wie du mit Stress umgehst, ob meine Tips dir sinnvoll erscheinen, ob du sie umsetzbar findest oder wo du ein Problem siehst. Gerne hier in den Kommentaren oder auch per mail. Ich danke dir dafür!

Geniesse einen stressfreien Tag!

Deine Nicole

Über die Kunst des Langsamen, Teil 2 -Stress

Heute soll es um die generellen Auswirkungen von Stress auf deinen Körper gehen.

Was passiert also wenn du gestresst bist?

  • dein Blutdruck geht hoch
  • dein Puls wird schneller
  • dein Atem wird flacher und schneller
  • Drüsen arbeiten auf Hochtouren und stellen entsprechende Hormone und Botenstoffe her
  • Blut wird von den inneren Organen und vom Gehirn abgezogen und vermehrt in Arme und Beine gepumpt

Dein ganzer Körper bereitet sich auf Kampf oder Flucht vor. Das alles ist natürlich und sehr sinnvoll, denn diese Massnahmen bereiten dich optimal auf das Bestehen der Gefahr und so auf das Überleben vor.

Ist der Kampf gewonnen oder die Flucht gelungen, dann heisst es, die Maschinerie wieder herunter zu fahren, alles wieder auf Normalfunktion zu bringen und sich auszuruhen. Alle Tiere tun dies und in früheren Zeiten haben es auch die Menschen so gehandhabt.

So konnten Schäden repariert, Drüsen regeneriert und Muskeln entspannt werden, Organe konnten ihre Aufgabe wieder übernehmen und so war alles schnell wieder für die nächste Gefahr vorbereitet.

Unser Organismus funktioniert noch immer auf diese gleiche Art und Weise wie vor ein paar tausend Jahren, wo Stress eben Lebensgefahr bedeutete. Heutzutage bedeutet Stress etwas anderes: ständige Überforderung, Termindruck, psychischer Druck am Arbeitsplatz oder in der Familie, Mobbing aber auch Fehlernährung, Vitalstoffmangel, zu viel oder zu wenig Bewegung, Umweltverschmutzung, Lärm- und Lichtbelastung, ständige Reizüberflutung, Elektrosmog, Drogen- und Medikamentenmissbrauch und vieles mehr.

Alles zusammen bringt uns das in eine Art Dauerstresszustand, der absolut unnatürlich ist und für unseren Körper eine Katastrophe. Wie das Auto (das mit minderwertigen Öl und Benzin betankt und dann ständig auf Hochtouren gefahren wird, ohne dass notwenige Stops, Reinigungen, Filterwechsel etc vorgenommen werden) irgendwann anfängt zu klappern bis es kaputt ist, den Geist aufgibt und nicht mehr fährt, genau so ergeht es auch unserem Körper.

  • Die Drüsen, die ständig hohe Mengen an Stresshormonen produzieren müssen ermüden und fahren plötzlich die Produktion auf ein Minimum herunter (Antriebslosigkeit, Depression, Burn-out)
  • Die Muskeln, Sehnen, Bänder und Faszien, die ständig angespannt sein müssen verlieren ihre natürliche Elastizität, verkleben, verfilzen und verspannen. Plötzlich ist der Körper steif, unbeweglich, verletzungsanfällig. (Verspannungen, frozen shoulder Syndrom. Bandscheibenvorfall, Bänderverletzungen, Meniskus)
  • Der Blutdruck, über lange Zeit aufgeputscht kommt irgendwann nicht mehr herunter.
  • Das Lungenvolumen verringert sich durch die schnelle und flache Atmung enorm und plötzlich ist Kurzatmigkeit da.
  • Die Bauspeicheldrüse kann die dauernde Überbelastung nicht mehr aushalten, stellt ihren Dienst ein und macht den Menschen für immer abhängig von seiner Insulinspritze (Diabetes)
  • Das Nervensystem, das ständig überreizt ist, stumpft irgendwann ab (Konzentrationsstörungen) oder gerät völlig aus dem Gleichgewicht (Gedankenkarussel und völlige Leere, Panikattacken, schwere Schlafstörungen, Persönlichkeitsveränderungen)
  • Der Darm verliert seinen Rhythmus und seine Beweglichkeit (Verstopfung, Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn)
  • und so weiter, und so weiter…..

Meist dämmert es uns spätestens jetzt, dass hier irgendwas ganz und gar nicht stimmt. Doch wir betäuben uns und unsere Befürchtungen lieber mit den verschriebenen Medikamenten und schauen uns nicht so genau an, welche Botschaft uns unser Körper eigentlich überbringen will. So zwingen wir ihn, weiterzumachen, wo er doch an seinen Grenzen angekommen ist. Und wir zwingen uns selbst, immer weiterzumachen ohne innezuhalten, denn – schliesslichen machen das ja alle anderen auch, oder?!

Nach dieser kleinen Bestandsaufnahme, die ich täglich in meiner Praxis so oder ähnlich zu sehen bekommen, kannst du ja einmal schauen, wo es bei dir klemmt und hakt. Nächste Woche gibt es eine Liste von Verbesserungsvorschlägen, die leicht und einfach ein unser Leben integriert werden können.

 

 

Über die Kunst des Langsamen, Teil 1-Szenario

Was ist denn das für ein Titel? Seit wann ist langsam denn Kunst?

Gute Frage! Seit schnell das „Normale“ geworden ist würde ich sagen.

Heute macht jeder alles schnell. Oder doch fast alles…..

Szenario: Das Aufstehen geht meist noch langsam, was allerdings weniger deine freie und bewusste Entscheidung ist, sondern eher deiner fehlenden Motivation und/ oder den schmerzenden Knochen zuzuschreiben ist. 😉

Aber dann geht’s schon los: schnell Kaffee kochen solange du im Bad bist, wo du zwecks Effektivität auch gerne zwei Dinge gleichzeitig erledigst. Dann beim Anziehen kurz den Kaffee herunterstürzen, schnell die Sachen schnappen und ab ins Auto, zum Bus zur Bahn. Hier bekommst du zwar eine Zwangsverlangsamung verpasst zwecks Stau aber du nutzt flugs diese Zeit gewinnbringend, checkst schon mal die mails, erledigst schnell ein paar Anrufe und überlegst dir, was heute alles vor dir liegt. Und natürlich kannst du nebenher noch die Zeitung lesen und dir deine tägliche Ration mieser Stimmung reinziehen.

Bei der Ankunft am Arbeitsplatz bist du oft schon mit den Nerven runter, obwohl der Tag gerade erst angefangen hat. Deine Atmung geht flach und schnell, dein Adrenalinspiegel ist schon kurz unter dem Anschlag und auch deine Kollegen befindet sich schon kollektiv im Kampf- oder Fluchtmodus.

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Du kommst an deinen Tisch, das Telefon klingelt, 97 neue mails im Briefkasten, in 15 Minuten das Briefing mit dem Team und 23 neue Akten auf dem Tisch. Tja, Mittagessen kannst du schon mal komplett vergessen (vielleicht schnell ein Hamburger hier im Büro?) und heute abend kommst du sicher auch nicht pünktlich raus..Aber – dem Himmel sei Dank! – heute ist ja schon Freitag und das Wochenende steht vor der Tür. Da kannst du dich entspannen und mal einen Gang herunterschalten.

Da gibt es am Samstag morgen schon gleich um sieben ein Tennismatch mit Dieter. Dann kurz noch duschen im Club und um neun Treffen mit Herrn Wolters vom Personalbüro, der unter der Woche einfach keinen Termin unterbekommen hat. Ist doof, aber halt nicht zu ändern. Dann schnell noch die blöden Blumen besorgen für die Schwiedermutter, nach Hause rasen und deine/n Partner/in abholen, schnell zur Schwiegermutter – hoffentlich ist das Essen bald rum!

Solange du im Essen herumstocherst und dir gedankenverloren eine Gabel nach der anderen in den Mund schiebst, hörst du nur mit halbem Ohr dem Gespräch zu. In deinem Kopf kreisen die Gedanken….. Gleich nach dem Kaffee stürzt du los und auch die leisen Proteste der Gastgeberin können dich nicht aufhalten.

Schnell noch zu Aldi gehetzt und die Sachen für die Grillparty morgen eingekauft…..pfff, an der Kasse eine lange Schlange! Und du hast doch gar keine Zeit, denn gleich gehst du doch mit deiner Frau/ deinem Mann und einem befreundeten Pärchen (Freunde, na ja….) ins Kino. Kann die denn nicht mal schneller tippen?? Ah, na endlich!  Zeug ins Auto gestopft, nach Hause gerast (warum sind eigentlich immer alle Ampeln rot??), alles aufgeräumt, schnell unter die Dusche gehüpft, wieder ins Auto und ab ins Kino. Mist, wir sind zu spät! Sicher warten die Anderen schon……

Aufatmend lässt du dich im Kino auf den Sitz plumsen und ziehst dir den gewaltvollen aber ungemein spannenden Film rein.  Noch eine schnellen Drink im Pub und dann willst du nur noch nach Hause und ins Bett. Aber Moment! Du musst erst noch schnell deine mails checken und kurz bei Social Media vorbeischauen (oh, toll, ich hab 9 neue Freunde!freu freu).

Jetzt geht’s aber endlich schlafen (hoffentlich kannst du heute auch ausnahmsweise mal durchschlafen!), ist ja auch Wochenende, das ist schliesslich zum Entspannen da. Und morgen kommen ja auch alle zu dir zum Grillen und du must hier gute Laune, kühle Bier und lecker Steaks verteilen. Hast ja schliesslich einen Ruf zu verlieren…..

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…….Fortsetzung folgt……