Sa Gubia oder zurück in die Stille

Nach einigen Wochen turbulenter Betriebsamkeit liegt ein ganzes, terminfreies Wochenende vor mir! 😀

Das Wetter ist phantastisch – kaum zu glauben, dass bereits November ist!

2015-11-15 12.16.04

Es zieht mich mit Macht nach draussen und so bereite ich mich auf eine kleine Wanderung vor. Jujuu…..ich bin seit vielen Wochen, ja Monaten nicht mehr in den Bergen gewesen. Also, kleiner Rucksack gepackt, Wanderkarte eingesteckt, Schuhe geschnürt und los geht’s.

Ich habe absichtlich eine Route gewählt auf der wenige Wanderer unterwegs sind, denn ich geniesse die Stille und Einsamkeit in den Bergen sehr. Für mich ein wohltuender Kontrapunkt zur Betriebsamleit der sogenannten „normalen“ Welt.

Die Sonne scheint mir warm auf den Rücken, malt helle Kringel auf den Boden vor mir, Mücken tanzen im Licht, Ein leichter Wind trägt den Duft von Bergrosmarin mit sich. Schmetterlinge umflattern sich im ewigen Spiel der Lebensfreude, Vögel singen und in der Ferne höre ich die Glocken einer Schafherde.

Aussicht Sa Gubia

Der Himmel ist strahlend blau, nicht das klitzekleinste Wölkchen unterbricht diese Intensität. Die Felsen vor und über mir heben sich scharf vor diesem Hintergrund ab, die verschiedenen saftigen Grüns der Pflanzen bilden das Weiche, Lebendige als Ausgleich zur schroffen, scharfkartigen Härte des Steins.

Dieses zur Ruhe kommen in der Natur, die Erde unter und den Himmel über mir zu spüren, das bewusste Wahrnehmen dieser Selbstverständlichkeit, tiefes Atmen von frischer Luft – das ist Medizin. Heilung. Eins-Werden.

Es kommt nicht auf das Ankommen an, das Ziel ist nicht wichtig. Ja, nicht einmal der Weg zählt wirklich, sondern das Wahrnehmen, dessen was ist. Das Leben. In seinen vielen Facetten. In seinem stetigen Fluss. Sein.

Kleine Schönheit Dieses Versprechen der Natur – die Beständigkeit im immerwährenden Wandel, die Schönheit im Einfachen, die Erhabenheit im Kleinen und die Grösse im Detail – dieses unglaubliche, unfassbare Wunder des Lebens…..von Menschen als selbstverständlich hingenommen, geringgeschätzt, verachtet, ja oft sogar gehasst……ist doch das grösste Wunder unserer Dimension.

Wir verkennen dies in unserer Verblendung, rennen Dingen hinterher, die uns nur unglücklich machen, versuchen Normen zu erfüllen, die uns zu Marionetten der Ansprüche anderer machen. Wir vergessen, wer und was wir sind. Wir trauen unseren Gefühlen nicht mehr und unserer eigenen tiefen Wahrheit. Wir erkennen das Leben um uns und in uns nicht mehr als Wunder und Ausdruck der göttlichen Liebe. Das ständige Gebrüll nach Erfolg, Macht, Geld, Konsum und die damit verbundene Angst, das Erreichte wieder zu verlieren, bzw. das „es“ nicht genug ist hat uns zutiefst unglücklich werden lassen.

Werden wir – als gesamte Menschheit – den Weg hinaus wieder finden? Zurück zu uns selbst, zu unserer ureigenen Wahrheit? Zurück zur Liebe?

Eine neue Explosion des Hasses gibt uns – wieder einmal – die Möglichkeit, innezuhalten und nachzudenken. Werden wir tun, was wir immer getan haben? Gewalt mit Gewalt beantworten, alle für die Handlungen weniger verurteilen und uns von Angst und Wut leiten lassen?

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

„Eine neue Art zu denken ist notwenig, wenn die Menschheit überleben will.“

A. Einstein

2015-11-15 13.50.01

Ich wünsche uns allen eine friedliche und liebevolle Woche.

Am besten jeder fängt bei sich selbst an mit dem Frieden machen.

Nicole