Lost in Paradise – Bora Bora

Der kurze Flug nach Bora Bora verläuft problemlos und sogar beim Check-in des Gepäcks ging alles glatt (eigentlich dürfte ich nur zehn Kilo mitnehmen, alles zusammen und natürlich habe ich mehr, da ich ja meine gesamten Besitztümer mit mir herumschleppe). Da ich dieses Mal einen Tagflug habe kann ich mir die Inseln ganz genüsslich von oben anschauen. Erst versinkt Moorea langsam unter mir und meine Vorfreude steigt. Als dann endlich das „Illes sous le Vent“ Archipel unter mir in Sicht kommt, klopft mein Herz schneller und ich hab ein Dauergrinsen im Gesicht. Bora Bora!! Mensch!! 😀 😀 

Der Flughafen von Bora Bora liegt auf einer kleinen Insel, sodass man mit dem Boot zur Hauptinsel, bzw. zu seinem jeweiligen Resort fahren muss. Zum besseren Verständnis: es gibt eine Hauptinsel Bora Bora und drumherum viele kleine motus (Inselchen) auf denen all diese superteuren, supertollen Resorts sind. Für Backpacker wie mich gibt es überraschender-weise auf der Hauptsinsel auch einigermassen günstige Übernachtungs-möglichkeiten. Ich habe mich dieses Mal für ein AirBnB Zimmer entschieden und darauf freue ich mich schon – es hat toll ausgeschaut in der Beschreibung! Aber zurück zum Flughafen!

In der Ankunftshalle stehen diverse Begrüssungskommitées von den grossen internationalen Hotelketten und holen ihre Gäste mit Blumenkränzen und Privatboot ab. Es duftet nach Frangipani. Ich nehme das Schnellboot zur Hauptinsel und da ich noch ein bisschen warten muss bis zur Abfahrt kann ich mich schon mal in dieses unglaubliche Türkis des Wassers versenken. Ohne Witz, andere Urlaubs-destinationen würden morden für diese Wasserfarbe! Direkt am Rollfeld beginnt ein strahlendweisser Strand, es ist einfach unglaublich. Am Horizont ballen sich allerdings auch hier dunkle Wolken zusammen. (So langsam nehme ich das persönich! Ständig dieser Regen!!) Diese lassen dann auch tatsächlich ein bisschen was fallen solange ich auf dem Boot bin, aber es ist nicht wirklich dramatisch.
Die Bootsfahrt verläuft ein ganzes Stück längs der Hauptinsel und so kann ich schon sehen, dass es ein paar mit  dichtem Dschungel bewachsene Vulkane gibt, alles recht hügelig ausschaut und die Küste ziemlich dicht bebaut ist. Strände kann ich kaum welche entdecken. Auf der anderen Seite des Bootes allerdings kann ich die verschiedenen motus mit den berühmten Over Water Bungalows sehen und dort strahlen mir die weissen Strände geradezu entgegen. Die Farben des Wassers sind trotz des Nieselregens strahlend und leuchtend türkis – blau.

Am Hafen angekommen stehe ich erstmal wieder herum, aber das kenne ich ja mittlerweile schon und fast beginne ich mich daran zu gewöhnen. Als allerdings nach einer dreiviertel Stunde noch immer keine Menschenseele nach mir schaut beginne ich doch, etwas unruhig zu werden. Ich gehe ein paar Schritte bis zur Touristeninformation und bitte die Dame dort, einmal kurz bei meinen Vermietern anzurufen, was sie auch umgehend macht. Und jetzt kommt der Hammer! Das Zimmer, das ich gebucht habe befindet sich auf der Nachbarinsel Raiatea! Waaas????? Das kann nicht sein!!! Ich weiss genau, dass ich Bora Bora in die Suchleiste eingegeben habe.  Aber es stimmt anscheinend. Die freundliche Dame auf Raiatea meint, ich solle mir keine Sorgen machen und ich könne das Zimmer kostenlos stornieren. Die Buchungsgebühr muss ich zwar trotzdem bezahlen aber immer hin. Bloss……jetzt stehe ich hier auf Bora Bora und habe kein Bett! Ach du meine Güte!

Die freundliche Angestellte der Touristeninformation, die mein Telefonat interessiert verfolgt hat sieht mich nun einigermassen fassungslos. Sie bietet an, ein bisschen herum zu telefonieren, um eine günstige Unterkunft für mich zu finden. Und siehe da, schon nach kurzer Zeit wird sie fündig und eine Dame Rosina wird in Kürze kommen und mich abholen. So ist das vordergründigste Problem erst einmal gelöst und ich atme erleichtert auf. (Aber ich werde das bei AirBnB nachprüfen! Gibt’s doch gar nicht….)

Ich habe es mir kaum ein bisschen gemütlich gemacht, da hupt es schon vor der Tür und eine etwas ältere Polinesierin in einem roten Jeep stellt sich als Rosina vor, verfrachtet mich und meinen Rucksack ins Auto und übernimmt freundlich-resolut das Kommando. Zuerst fährt sie mit mir zum Supermarkt, wo ich das Nötigste einkaufen soll und dann gehts nach Hause. Ein einstöckiges Haus in einem Garten, rund 50 Meter vom Meer entfernt erwartet mich. Es werden hier mehrere einfache Zimmer mit Bad vermietet und ich bin positiv überrascht, als sie mir meines zeigt. Abgesehen von der fürchterlichen Blümchen-Bettwäsche ist alles zweckmässig eingerichtet und schön sauber. Es gibt heisses Wasser und in der Küche bekomme ich meinen Teil vom Kühlschrank zugeteilt. Es scheint hier eine ganze Grossfamilie zu leben und ich bin froh, dass mein Französich mittlerweile schon ein wenig aufpoliert ist, denn nur die älteste Tochter spricht leidlich englisch. Allerdings ist die sehr zurückhaltend und scheint wenig Lust zu haben, sich mit mir zu unterhalten. Rosina selbst redet ständig (französisch) auf mich ein, aber sie ist so freundlich und so rührend besorgt, dass mich diese Bemutterung einfach nur zum Schmunzeln bringt.
Ganz offenichtlich führt sie hier einen relativ strengen Oberbefehl als Matriarchin der Familie. Ihr Mann wird jedenfall liebevoll umsorgt, hat aber sonst wohl nicht viel zu sagen. Er nimmt das  mit einem schiefen Grinsen und der Weisheit des Alters gelassen hin. Die beiden haben offensichtlich in vielen Ehejahren ihren Modus Operandi gefunden und scheinen beide sehr gut damit klar zu kommen.

Ich werde schlicht und einfach in die Familie eingebaut und Rosina achtet darauf, dass ich auch ja genug esse! 😉 Sie schenkt mir Mangos und das Baguette liegt immer griffbereit in der Küche und ist für alle.

Das Meer ist nur 50m von meinem Haus entfernt, aber es gibt hier keinen Strand sondern bloss eine kleine Mauer und Steine. Ein paar Boote hängen in einem seltsamen Gestell herum (bei Ebbe übrigens in der Luft) und die Aussicht kann ich nur als malerisch bezeichnen! Besonders zum Sonnenuntergang!

Unternehmungslustig schnappe ich mir mein Badezeugs und will mich zu Fuss in Richtung Strand aufmachen. „Ach komm, ich fahr dich schnell“ sagt Rosina und schwupps, schon sitze ich wieder im Auto. Unterwegs erklärt sie mir noch ein bisschen was hier und da, nimmt ein Pärchen Touristen mit und lässt uns dann alle mit einem flotten „Bonne journée“  und dem Hinweis, ich solle doch per Autostopp wieder heim kommen, am Strand aussteigen.

Und hier pflanze ich mich jetzt erstmal in den warmen Sand und schaue über’s Meer. Was gibt es beruhigenderes als das? Es ist einfach herrlich und anscheinend kriege ich auch nicht genug davon. Ich hab nicht genau mitgekriegt, wann ich mich (als waschechte Schwarzwälderin) in das Meer verliebt habe…..vielleicht ist das der mallorquinische Teil in mir? Ich vertrödele den gesamten restlichen Tag am Strand, lasse mich von der Strömung hierhin und dahin treiben und geniesse einfach nur die Sonne, das Meer und das Nichtstun. (Es ist übrigens nicht voll, also gemessen an den spanischen Stränden)

Bevor es dunkel wird mache ich mich auf den Heimweg und das per Anhalter Fahren ist hier fast genauso einfach wie auf Rarotonga. Es dauert keine zwei Minuten bis jemand anhält. Diesmal ein Pick-up, auf der Ladefläche lauter junge Leute, die offensichtlich von der Arbeit kommen. Dieses Fahren auf der Ladefläche eines Pick-up finde ich immer wieder cool, einfach weil es bei uns undenkbar wäre, in anderen Teilen der Welt aber völlig normal ist. Zuhause angekommen mache ich mich ans Abendessen kochen und lerne hierbei gleich noch den gesamten Rest der Familie kennen. Leider muss ich sagen, dass ich schnell den Überblick verloren habe, denn es gibt jede Menge Tanten und Cousins, die auch hier oder im Nachbarhaus wohnen und einen Stall voll Kinder aller Alterstufen.  Ich halte mich einfach an den Boss und die englischsprechende Tochter, das muss reichen! Sorry, aber da bin ich pragmatisch. Alle anderen werden angelächelt und gut ist’s.

Für den kommenden Tag hat Rosina für mich eine Bootsfahrt organisiert. Ja, ich weiss, was du jetzt denkst! Schon wieder Boot fahren…..aber hey, ich bin auf Bora Bora und ich MUSS auch einmal auf diese einmaligen motus kommen. Und das geht halt nur mit dem Boot. Ausserdem habe ich in einer Apotheke auf Moorea neue „Seabands“ bekommen (Mann, war ich happy!!!) und das Meer (diese Farben!!!! 😀 😀 ) sieht ruhig und friedlich aus – da kann gar nichts schief gehen.

Ich werde am Morgen pünktlich abgeholt, bekomme meine Schnorchel-ausrüstung und lerne den Rest der Truppe kennen. Wir sind insgesamt zehn Leute aus aller Welt, das ist noch völlig ok, finde ich. Gut gelaunt machen wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg.

Am ersten Schnorchelstopp können wir im flachen Wasser mit Stachelrochen und Schwarzspitzhaien schwimmen. Und obwohl ich das ja gerade erst letze Woche auf Moorea gemacht habe bin ich trotzdem wieder total fasziniert und beeindruckt. Es ist einfach der Oberhammer, wenn diese grossen Tiere um dich herumschwimmen!!

Dann fahren wir nur ein ganz kleines Stückchen weiter und gesellen uns zu ein paar anderen Schnorchlern, die alle mehr oder weniger auf einem Haufen herum schwimmen. Das Wasser ist hier sehr tief und ich weiss gar nicht, was wir hier sollen. Und dann seh ich es!!

Ein Mantarochen (!!!!!) kommt direkt auf mich zugeschwommen!! Boah ist der riesig! Er bewegt sich ganz langsam und majestätisch. Und auf mich zu. Ähm ja, und immer noch auf mich zu! Das ist jetzt ein bisschen unheimlich! Da dreht er gemächlich ab und lässt sich wieder in tieferes Wasser sinken. Aufatmen meinerseits. Natürlich war er immer noch weit weg von mir und das war nicht gefährlich, aber hey! So ein Mantarochen ist schon echt gross!! Was für ein Erlebnis!

Wir stoppen noch mehrmals und bewundern schöne Korallen, schwimmen in riesigen Schwärmen von kleinen und grossen bunten Fischen und geniessen mit allen Sinnen diesen wundervollen Ausflug. Es ist als ob man in einem riesengrossen Aquarium herumschwimmen würde! Tatsächlich schwimmen hier diese ganzen bunten Tropenfische überall herum, gelbe, blaue, gesteifte, welche mit Stacheln oder Punkten, grüne, kunterbunte – ich kann mich gar nicht satt sehen. Hier findest du ein kleines Video, was allerdings die unglaubliche Vielfalt und die schiere Menge an Leben unter Wasser auch nicht ansatzweise wiedergeben kann.

Beim Bootfahren mache ich ausserdem ständig Fotos von den verschiedenen Blautönen es Meeres. Es ist unglaublich, wie intenstiv dieses Blau und Türkis ist und wieviele verschiedene Schattierungen und Abstufungen es gibt. Ich kann mich auch über Wasser nicht satt sehen.

Zum Mittagessen machen wir an einer kleinen motu fest. Hier steht eine einfache  Bambushütte in der nun fleissig gewerkelt und gekocht wird. Uns interessiert das natürlich erstmal nicht die Bohne, denn wir stürzen uns schon wieder in dieses unglaublich wundervolle Wasser und spazieren den Sandstrand hinauf und hinunter. Das hier bedient einfach jedes einzelne Klischée, das ich vielleicht jemals über die Südsee gehabt habe. Ich wähne mich quasi in einer Postkarte so unwirklich schön ist es hier.

Bora Bora Beach 3

Ein Stückchen weiter den Strand entlang befindet sich ein kleines Restaurant und dort stehen die Tische im Wasser!! Ein Restaurant im Ozean – hast du das schon mal gesehen? Also ich nicht! Neid- und hemmumgslos schaue den Leuten beim Geniessen zu. Hier und da schaukelt eine teure Yacht im Wasser, aber von „Massentourismus“ kann überhaupt keine Rede sein. Und es ist auch nicht so snobistisch-dekadent wie oft an anderen mondänen Orten. Hier ist jeder entspannt und gut gelaunt und geniesst die Schönheit der Natur und das macht Spass.

Das Mittagessen wird auch hier auf Naturtellern serviert. Einer unserer guides ist kurz in den Wald verschwunden, hat ein paar Palmwedel geschnitten, diese schnell zu Tellern zusammengeflochten und schwupps – schon ist das Geschirr fertig! Es gibt eine hiesige Spezialität, nämlich „Poisson Cru“,  rohen Fisch mit Zitrone mariniert in Kokosmilch (ganz ähnlich wie Ceviche), ausserdem frittierte Yams und Maniokwurzeln, einen super leckeren Salat, gegrillte und gebackenene Bananen, sowie gegrillten Fisch. Zum Nachtisch einen süssen Kuchen und Obst. Jeder wird satt und es ist soo lecker. Wen wundert’s, dass wir nach diesem feudalen Mahl alle faul werden und so ist es ganz gut, dass wir jetzt „bloss“ noch Boot fahren.

Insgesamt haben wir auf unserer Tour die Hauptinsel Bora Bora einmal komplett umrundet und tuckern nun ganz gemütlich unserem Endpunkt zu. Ich bin so voll von wunderschönen Bildern und unvergesslichen Eindrücken – hach, ich könnte gerade mal die ganze Welt umarmen! 😀 😀 😀

 

Rosina lächelt nachsichtig über meinen Überschwang und ist sichtlich stolz auf ihre Insel.

 

 

 

 

 

Nachdem ich gestern die Insel vom Boot aus gesehen habe möchte ich sie heute per Fahrrad erkunden. Und so miete ich mir einen Drahtesel und strample los. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass es jetzt nicht so wahnsinnig viel zu entdecken gibt. Hier und da ein hübscher Aussichtspunkt, das Dörfchen Vaitapé, wo auch die Fähre angelegt hat mit ein paar Geschäften und Restaurants, etwas abseits noch einen weiteren Hafen für grosse Fähr- und Containerschiffe und jede Menge Grün. Auch hier führt eine einzige Strasse einmal um die Insel herum, verfahren kann ich mich also nicht. Es gibt nur zwei oder drei schöne Strände, der Rest ist steinig oder mit Mauern eingefasst. Die Vulkane sehen interessant aus, aber Trekking hat sich hier wohl nocht nicht so herumgesprochen – ich kann keinerlei Hinweisschilder finden, Karten gibts auch keine und eeeeiiiiigentlich bin ich eh auch viel zu faul!

Ich komme am berühmtesten Lokal der Insel vorbei. Hierher pilgern seit Jahren alle möglichen Promis und damit ist der Laden natürlich auch für Touristen interessant. Es ist heller Nachmittag als ich hier vorbei komme und kein Promi weit und breit, trotzdem mach ich ein Foto. Kannst ja mal richtig nah heranzoomen und auf den Holzschildern lesen, wer schon alles hier war! Eindrucksvolle Liste.

Als ich am Abend nach Hause komme hat Rosina eine überraschende Nachricht für mich. Mein Flug nach Huahine am kommenden Tag ist gestrichen worden. Die Flughafenfeuer-wehr auf den Inseln streikt und daher können nur wenige Flüge abgefertigt werden und gar keine nach Huahine. Hmm, na so was! Rosina sagt, ich könne gerne noch einen Tag bleiben und so schicke ich mich drein – Festhängen auf Bora Bora! Könnte schlimmer sein….

Allerdings hätte ich Huahine schon sehr gerne besucht! Sie soll die am wenigsten erschlossene Insel des Gesellschaftsinsel-Archipels (Illes de la Societé) sein. Und natürlich habe ich auch dort eine Unterkuft gebucht und bezahlt, die ich nun nicht nutzen kann. 🙁

Mit tatkräftiger Unterstützung von Rosina’s Familie versuche ich eine Schiffspassage nach Huahine zu bekommen, sogar bei einem Containerschiff fragen wir an, aber es ist nichts zu machen. Und ein Ende des Streiks ist nicht in Sicht. Da ich in ein paar Tagen von Pape’ete aus nach Australien fliege und Rosina ab dem kommenden Tag ausgebucht ist entschliesse ich mich schweren Herzens, auf direktem Weg nach Tahiti zurückzukehren.

So kehre ich am Nachmittag noch einmal zum Strand zurück und geniesse meine letzten Stunden auf Bora Bora. Wie ich so im Wasser herumtreibe und meinen letzten Sonnen-untergang hier geniesse spricht mich ein Einheimischer an und bietet mir etwas von seiner Kokosnuss an. Er taucht seine Stückchen immer erst ins Meer und mit so einem Hauch Salzwasser schmeckt sie tatsächlich noch besser. Wir unterhalten uns ziemlich lange (auf französich wohlgemerkt!) und er erzählt mir von einem grossen Kanurennen, das die gesamte Inselwelt auf den Kopf stellt. Ich hab natürlich noch nie davon gehört, so als Landratte weiss man ja über die maritimen Megaevents auf der anderen Seite der Kugel auch nicht so Bescheid, was ihm ein ungläubiges Kopfschütteln entlockt. Wie auch immer, das Rennen heisst „Hawaiki Nui Va’a“ und gilt als das härteste Paddelrennen der Welt. In drei Tagen paddeln die Athleten in sogenannten Va’as (6-Mann Auslegerpiroggen) von Huahine über Raiatea und Taha’a nach Bora Bora (129km) und der Pazifik ist hier wild und die Sonne heiss! Er meint, ich solle unbedingt zum Rennen wiederkommen, denn das wäre wirklich ein Grossereignis – big party natürlich inklusive.

Als ich heute schon recht spät nach Hause komme fängt Rosina mich erneut ab. Ich solle doch heute abend zu ihnen kommen, sie hätten Freunde da und würden irgendeine Zeremonie machen, ich sei eingeladen. Und sie hätte extra Ananaskuchen gebacken! Na klar, Ich bin dabei! Hab zwar nicht verstanden, um was für eine Zeremonie es geht, aber das werde ich schon herausfinden.

Tatsächlich scheint es sich um eine Art Gebetskreis zu handeln. Es sind rund zwölf Personen da, es wird auf französisch und polinesisch gesprochen, gesungen und gebetet. Einen Rosenkranz kann ich erkennen aber mehr auch nicht. Die Stimmung ist familiär und auch die Jüngsten gestalten schon einen Teil der Zeremonie. Nachdem der geistigen Gesundheit Genüge getan ist gibt es Ananaskuchen und Cola für Alle, mich eingeschlossen. Wieder eine neue Facette an religiöser Kultur, ich freue mich, dass ich dem beiwohnen durfte und ich freue mich, dass die Menschen hier so offen mit ihrer Religion umgehen.

Am kommenden Morgen heisst es Abschied nehmen. Ich werde zum Pier gebracht, wo das Flughafenboot ablegt. Zum Abschied bekomme ich eine polinesische Muschelkette geschenkt!! Hurra, hurra, so ein tolles Souvenir!

Auf Tahiti kann ich glücklichereweise wieder in meine französische WG einziehen, Adrien, mein Engel holt mich ab und die WGler freuen sich, dass ich wieder da bin.

Die nächsten drei Tage sind ziemlich angefüllt mit Aktivitäten. Einen Tag fahren wir (fast) alle zusammen an den Strand und verbringen den ganzen Tag mit Surfen, Baden, Quatschen und Faulenzen. Ein paar Leute haben ein tolles Picknick vorbereitet und ich bin diesmal bloss ein Anhängsel, will sagen, ich kümmere mich mal um goar nüscht, sondern mach bloss mit. Herrlich!

Am nächsten Tag machen wir eine Wanderung auf einen der tahitianischen Berge

 

 

und auch das ist ein super Tag, unwesentlich (hahaha) anstrengender als das Herumgeliege am Strand, aber genau das richtige Kontrastprogramm!

An einem Abend gehen wir dann noch richtig chic aus. Erst essen wir in einem sogenannten „Roulotte“ zu abend (das ist eine Art stationärer Food Truck mit ein paar Tischen). Es gibt leckeres Thaifood und tatsächlich mutet das Ganze eher asiatisch an, denn die kleinen einheimischen Restaurants, die es überall in Asien zuhauf gibt sehen genau so aus.

Nach dem Essen machen wir uns auf ins noble Intercontinental Hotel, wo es heute abend eine Ma’hori Show gibt. Bei edlen  Drinks und ein bisschen underdressed (also ich zumindest) geniessen wir die wirklich gute Show. Abenteuerliche Kostüme und mitreissende Musik, dröhnende Trommeln und natürlich schöne Tänzer/innen verbinden sich zu einer wundervollen Mischung und mir kommt es so vor, als wolle sich Tahiti nochmal von seiner besten Seite zeigen – zum Abschied sozusagen. Auf jeden Fall ist es ein sehr schöner Abend und es macht Spass, auch mal abends und mit Leuten, die man schon etwas länger kennt, etwas zu unternehmen. Ich glaube, wir Mädels sind sogar ein bisschen angeschickert als wir ziemlich spät nach Hause kommen. Auf der Terrasse der Villa lassen wir den Abend noch ausklingen, denn keiner möchte jetzt schon schlafen gehen.

Am nächsten Tag besuche ich morgens noch die Stadt, um mein restliches Geld in unnütze Souvenirs zu investieren und natürlich auch, um zu guter Letzt noch ein klein bisschen was von Pape’ete mitzukriegen. Ein paar schöne Eindrücke kann ich auch tatsächlich mit nehmen und am nachmittag kann ich dann ganz gemütlich noch einmal die Villa, den Pool geniessen und chillen, doch irgendwann heisst es dann eben doch Abschied nehmen.

Noch ein Gruppenfoto, ein paar Umarmungen, ein letztes Winken und ab geht´s zum Flughafen. Ich habe eine anstrengende Nacht vor mir: von Pape’ete fliege ich nach Auckland und von dort weiter nach Brisbane (Ja, es geht zurück nach Australien!), was bedeutet, dass ich mir die komplette Nacht um die Ohren schlage. Aber das macht mir gar nichts, denn nun wartet ein richtig super tolles Abenteuer auf mich!

Ich werde nämlich mit Len und Julia in die Wüste fahren! Australisches Outback vom Feinsten.