Von Alice Springs nach Darwin und Kakadu Nationalpark

Heute geht also die grosse Fahrt weiter von Alice Springs nach Darwin, rund 1.500 km durch’s outback! Und obwohl wir einige tolle Stationen vor uns haben mache ich mich doch auf sehr viel Fahrerei gefasst.
Früh um sechs werde ich mit noch ein paar anderen am Hostel abgeholt. Dieses Mal haben wir einen offroad Bus und eine Führerin: Kiwi Kate aus Neuseeland.
Der Bus ist vollbesetzt, wie sich bald herausstellen wird sind wir aber ein recht toller Haufen und so sind diese siebzehn Personen für die nächsten Tage meine „Familie“.

Auf dem Stuart Highway geht es raus aus der Stadt und in Richtung Norden, erstmal ein paar Kilometer machen. Wir stoppen am Aileron Roadhouse. Jedes roadhouse hier im outback ist anders und jedes hat eine Geschichte. Meist handelt diese von irgendwelchen unglücklichen oder tragischen Liebesgeschichten, von Jagden, Kämpfen und Rivalitäten oder von wilden Tieren. Leider konnte ich mir nicht alle Geschichten merken, aber ich habe immerhin ein paar Fotos von den skurrilen Einrichtungen und/ oder Schildern gemacht. 

Und gleich noch eines hinterher, Barrow’s Creek Hotel, eines der ältesten roadhouses der Gegend. Der Besitzer hier weiss anscheinend irgendetwas über jeden Fleck der Erde, heisst es…..leider konnte ich nicht fragen, was er über Mallorca weiss 😉

Wir erreichen Australien’s Ufospot Wycliffe Wells und nun wird es richtig abgefahren! Hier soll es schon mehrere Ufosichtungen gegeben haben, Entführungen ins All und alles, was damit zusammenhängt. Du findest dich also mitten im Nichs von Alienfiguren, Ufopostern und jeder Menge Zeitungsausschnitten und Fotos umgeben und alles, alles hat etwas mit Ufos zu tun. Es ist total abgedreht und herrlich skurril. Echte Ufos sehen wir allerdings keine…..

Das highlight des heutigen Tages heisst „Devil’s Marbles“. Mitten in der Wüste liegen plötzlich mehr oder weniger grosse, runde Felsbrocken in der Gegend herum. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum die dort sind oder wie sie dahin kamen, denn rundherum ist alles topfeben und keine Berge oder Flüsse in Sicht. Selbstredend ist dieser Platz bei den Aborigines heilig und wir können nur einen kleinen Teil besichtigen. Der Rest ist mit einem Zaun abgesperrt. Aber sag mal…..sind die Felsen hinter dem Zaun nicht eigentlich viel schöner?? Haha… 😉 Die englischen Eroberer hielten es seinerzeit wohl eher mit dem Teufel und benannten diese sehenswerte Naturschönheit „Des Teufels Murmeln“.
Wenn du hier schon länger mitliest dann hast du vielleicht schon festgestellt, dass ich eine gewisse Affinität zu Steinen habe und diese hier sind echt mal faszinierend! Wir umrunden also staunend die runden Brocken, klettern ein bisschen auf ihnen herum, lassen uns die heisse australische Sonne auf die Haut brennen und geniessen es, uns zu bewegen und der Enge des Busses zu entgehen.

Unser heutiges Camp schlagen wir in unmittelbarer Nähe der Banka Banka Cattle Station auf. Dank des angegliederten Campingplatzes gibt es Waschräume und so einen gewissen Komfort. Trotzdem sind wir mit unserem Camp weit genug weg, dass immer noch ein bisschen bushfeeling aufkommt. Und es ist ein ziemlich cooler Campingplatz mit Pferden und Kamelen, die die Reste unseres Abendessens bekommen. Es stehen eine Menge „antiker“ Land-wirtschaftsgeräte herum und es gibt einen Hügel mit einer fantastischen Aussicht. Also genung zu gucken für uns solange Kate unser Abendessen zaubert. 

Schon am ersten Tag haben sich Sympathien ergeben und diese Gruppe von sehr unterschiedlichen und sehr tollen Frauen hat sich zusammengefunden.

 

Auch heute geht es wieder vor Sonnenaufgang los, es gibt also wieder ein mehr oder weniger schweigsames, da viel zu frühes Frühstück und noch ein bisschen trantütig krabbeln wir in den Bus, um zu unserem ersten Ziel nach Kathrine Gorge zu fahren. Als wir mit dem Aufstieg zum Aussichtspunkt starten wird es gerade so hell und wir sind pünktlich zum Aufgang der Sonne am gewünschten Punkt. Diese spektakuläre Aussicht belohnt uns – wunderschön, oder?!
Plötzlich glaubt jemand, ein Krokodil gesehen zu haben! Wirklich? Wo denn?? Alle suchen nun angestrengt die Oberfläche des tief unter uns dahinströmenden Flusses nach den Umrissen des Tieres ab. Und tatsächlich, am anderen Ufer schwimmt ein einzelnes Krokodil langsam flussaufwärts. Dank meines phänomenalen Kamerazooms ist mir dieses Bild gelungen: Na ja, das ist jetzt nicht soo aufregend, denn das Tier ist ewig weit weg, aber Kiwi Kate versichert uns, dass wir noch mehr „crocs“ zu sehen bekommen.

Auf dem Rückweg zum Bus bestaunen wir eine Riesenkolonie Flughunde. Wie schwarze Säckchen hängen sie kopfüber in den Bäumen, fiepsen vor sich hin und lassen eine Menge Kot fallen. Es stinkt zum Himmel, im wahrsten Sinne des Wortes! Ich glaube, ich werde jetzt diesen Geruch überall erkennen. Boah!! Hier kannst du ein kurzes Video anschauen. Wir müssen unter den Bäumen hindurchgehen und ich bin froh um meinen schönen, grossen Hut, der mich zumindest vor Hinterlassenschaften auf dem Kopf bewahrt. Nicht alle aus der Gruppe haben dieses Glück…..

Auch heute stoppen wir wieder an roadhouses und hier zeige ich dir einmal einen outback Supermarkt. Hier gibt es quasi alles: Campingausrüstung und Flachbild-fernseher, Wasch-maschinen, Kleidung, Lebensmittel und Fahrräder, Kleinmöbel, Autozubehör und was weiss ich nicht alles. Natürlich verstehe ich die Notwendigkeit dessen völlig, schliesslich sind wir hunderte Kilometer von jeder Stadt entfernt und rundherum gibt es nur Wüste, Gestrüpp und Steine, nichtsdestotrotz finde ich die Mischung kurios und für eine Mitteleuropäerin wie mich verdeutlicht die Bandbreite des Angebots einmal mehr die ungeahnten Möglichkeiten der Anpassung an die Umstände zu denen Menschen fähig sind.

Weiter geht die Fahrt zu den Lelyin Edith Falls,  Hier wandern wir ein wenig herum, erfahren einiges über die hiesige Fauna und was die Aboginines daraus ableiten. Ausserdem legen wir einen tollen Badestopp zur Abkühlung ein. Aber so mega spektakulär ist es nicht.

Interessanter sind da schon die gelegten bushfires (Buschbrände) rundherum. Seit Urzeiten brennen die Aborigines alle paar Jahre den Busch ab. Die grösseren Bäume überstehen den Brand und erholen sich in relativ kurzer Zeit wieder, das Grass und niederes Gestrüpp aber verbrennt. So wird riesigen und verheerenden Bränden vorgbeugt. Ein hübscher Nebeneffekt ist, dass das Wild natürlich vor dem Feuer flüchtet und so einfach gejagt werden kann. Das hat auch eine gewisse Sorte Raubvögel gelernt und so sieht man diese Vögel in unmittelbarer Nähe zuden  Feuern kreisen und auf Beute lauern. Kate erzählt uns, dass diese Vögel sogar glühende Kohlestückchen aufheben und diese an anderer Stelle wieder abwerfen, um ein neues Feuer zu entfachen. Unglaublich, oder?
Na ja, also zurück zu den Feuern. Früher wurden grosse Gebiete abgefackelt, abgejagt und dann zog das Volk weiter. Heute leben die Aborigines sesshaft in Häusern und so hat sich im Laufe der Zeit auch das Feuerverhalten wenn man so will verändert. Heute wird sogenanntes „patch burning“ gemacht: eine abgesteckte Zone (patch) wird abgebrannt, das gefährliche Niederholz so eliminiert und der Feuergefahr entgegengewirkt. Dann kann sich das entsprechende Gebiet für ein paar Jahre erholen bis zum nächsten patchburn. Diese Praktik wird inzwischen auch von den australischen Behörden gebilligt und sogar gezielt angewandt, anscheinend ist diese Art der Prävention wirksam. Nichtsdestotrotz sieht so ein abgebranntes Gebiet furchtbar aus und solange es nocht brennt ist es wirklich angsteinflössend!

Unser nächster Stop ist ein highlight für Warmduscher wie mich! Wir besuchen die Mataranke Hot Springs. Aus einer Quelle strömen pro  Tag ich weiss nicht mehr wieviele tausend Liter heisses Wasser. In direkter NAchbarschaft wurden einige Pools angelegt, wo man sich ordentlich durchkochen lassen kann, aber es ist sehr voll und irgendwie gefällt uns dieses künstliche Beton-Pool-Gebilde nicht so recht. Doch Kate weiss Rat: nur ein kleines Stückchen weiter gibt es einen Fluss, der ebenfalls von diesem Wasser gespreist wird und daher schön warm ist. Nichts wie hin und dann lassen wir uns gemütlich flussabwärts im warmen Wasser treiben, spazieren durch den Wald zurück und gleiten wieder in diese natürliche Badewanne. Toller Spa-Nachmittag.

Am späten Nachmittag halten wir am Adelaide River Roadhause, das durch einen speziellen Geschmack in puncto Dekoration besticht. Wer stellt sich schon einen lebensechten, riesigen ausgestopften Wasserbüffel ins Lokal??

Am Abend kommen wir bereits in Darwin an und so haben wir den „Pflichtteil“ erfolgreich hinter uns gebracht, bevor es morgen zur „Kür“ weiter geht in den Kakadu Nationalpark.

Als ersten Stop auf unserer Fahrt besuchen wir eine Art Termitenstadt. Hunderte riesengrosser Termintenhügel stehen herum, manche verlassen und manche bewohnt. Wir lernen, dass es verschiedene Arten Termiten (weltweit über 2000) gibt und dass durchaus nicht alle Holz fressen. Termiten bilden Staaten, wo verschiedene Aufgaben verrichtet werden müssen, so gibt es neben dem Königspaar, Arbeiter, Geschlechtstiere und Soldaten. Die Ausprägung der einzelnen Termite wird durch die Umgebung, sprich den Bedarf innerhalb des Volkes bestimmt.

Werden die jungen (Geschlechts-)Termiten geschlechtsreif gehen sie auf einen sogenannten Hochzeitsflug, um einen passenden Partner zu finden. Nach erfolgreicher Suche findet die eigentliche Paarung auf dem Boden statt, die Flügel werden abgeworfen und ein neues Termitenvolk wird gegründet, inklusive Hügelbau. Königin und König bleiben dauerhaft zusammen und vergrössern das Volk.

Die australischen Termitenhügel stellen eine Besonderheit dar. Sie sind nicht einmal annähernd rund, sondern ragen wie spitze, schmale Feuersteinklingen in den Himmel. Ihre strenge Nord-Südausrichtung erklärt auch die spezielle Form: Die Breitseite nach Osten gerichtet präsentiert der Morgensonne eine grosse Fläche, sodass der Bau nach der kalten Nacht recht schnell wieder aufgewärmt ist. In der heissesten Mittagszeit allerdings wird der Sonne sehr wenig Fläche geboten und erst am Abend in der sinkenden Sonne kann wieder Wärme aufgenommen werden. Ein faszinierend – ausgeklügeltes System der Temperaturregulierung!

Unser Mittagessen nahmen wir auch heute wieder in einem skurrilen roadhouse ein. Es gibt hier einen riesigen Banya-Baum zu bewundern, eine ehemals deutsche Gastgeberin, eine Menge schräge Deko (na klar!) und ein ganz besonderes Haustier. Eine niedliche, kleine siebenjährige Python!

Schlangen sind übrigens weder kalt noch glitschig, sondern fassen sich warm und weich an. Es ist ein tolles Gefühl wenn sie sich fast liebevoll drückend an deinem Arm entlangschlängelt! 😉

Hättest du dich getraut??

                                                                Und weiter geht unsere Fahrt, tiefer in den Kakadu Nationalpark.  Hier leben überwiegend Aborigine People, die oft als Ranger im Park arbeiten. Oder in den grossen Bauxitminen, die es hier immer noch gibt. Nationalpark hin oder her – die australische Regierung will auf das einträgliche Geschäft mit dem Bauxit nicht verzichten.

In einigen der kleinen Städt durch die wir gefahren sind leben praktisch überhaupt keine weissen Australier. Die Indigenen leben hier soweit als möglich noch nach ihren eigenen Traditionen und der Einfluss der westlichen Kultur ist eher gering. Da Alkohol- und Drogenkonsum ein Riesenproblem für die Aborigines ist gibt es hier keinen Alkohol zu kaufen. Leider kommt es trotzdem immer wieder einmal zu Tätlichkeiten. Offensichtlich gibt es besonders viel häusliche Gewalt, wobei manchmal auch die Frauen ihre Männer verprügeln. Natürlich ist das illegal, aber für die Indigenen offensichtlich noch immer schwer nachzuvollziehen.

In ihrer Gemeinschaft werden Konflikte offen und öffentlich ausgetragen, nichts geschieht hinter verschlossenen Türen. Und so kann es eben schon sein, dass aus einem Konflikt ein handfester Streit wird, aus dem sich ein Handgemenge oder auch eine Prügelei entwickelt. Jeder versteht seinen Part, gibt oder bekommt die entsprechende Strafe direkt ab und danach ist alles wieder in Ordnung. Sie können nicht verstehen, warum sie anschliessend dafür in den Bau gehen müssen….. so ungefähr wurde mir erklärt, dass Rechtsprechung für die Aborigines etwas völlig anderes ist als für die weissen Australier. Anscheinend ist bis zum heutigen Tag hier keinerlei Lösung in Sicht. Auf jeden Fall müssen wir auf einen Stopp in einer bestimmten Stadt verzichten, denn am Vortag war es hier nach einer Beerdigung wohl etwas unruhig geworden und so fahren wir bloss durch.

Wir erreichen Ubirr, eine Gegend innerhalb des Nationaparks, wo es unglaubliche Höhlenmalereien zu bestaunen gibt. Wissenschaftler schätzen die Kunstwerke auf 40 000 AD!! Natürlich wurden sie bis in die heutige Zeit immer wieder restauriert und übermalt, aber die archaische Einfachheit ist erhalten geblieben. Kate ist auch hier ein unerschöpflicher Fundus an Traumzeit-Geschichten und Legenden rund um die dargestellten Figuren und die gesamte indigene Kultur. Manche Kunstwerke sind an der Unterseite von Felsüberhängen angebracht, vielleicht fünf oder mehr Meter über dem Boden. Unwillkührlich fragt man sich, wie die primitiven Vorfahren vor tausenden von Jahren wohl diese Zeichnungen angebracht haben….

Nachdem wir unsere geballte Ladung Kultur abgekriegt haben kraxeln wir den Ubirr Rock hoch und oben angekommen gibt es die spektakulärste Aussicht überhaupt! Wir stehen an einem riesigen Felsabbruch (escarpment) und hunderte Meter weiter unten dehnt sich die Ebene bis an den Horizont. Es ist „floodland“ (wird regelmässig überschwemmt) und daher saftig grün, auch wenn jetzt kein Wasser zu sehen ist. Es ist wunderschön und wieder einmal werde ich ganz still ob dieser Grossartigkeit der Natur, die in diesem unglaublichen Land an jeder Ecke zu warten scheint. Der Sonnenuntergang liefert auch heute wieder das stimmungsvolle Tüpfelchen auf dem i.

Heute müssen wir zur Abwechslung einmal nicht schon um halb fünf oder so aufstehen sondern zu einer ganz normalen Uhrzeit. Und nach dem Frühstück geht es ganz geruhsam mit dem Boot durch die „wetlands“. Das sind Gebiete, die in der Regenzeit überflutet sind. Jetzt ist hier Trockenzeit und das Wasser ist auf ein langsam strömendes Seengebiet zusammengeschmolzen. In der Morgenstimmung sieht es wunderbar still und friedlich aus.

Doch, Achtung! Unser Boot ist mit dicken Metallgittern gesichert und wir werden mit deutlichen Worten des Bootsführers gebrieft: keiner streckt auch nur den kleinen Finger durch die Gitter! Sicher kannst du dir schon denken, was jetzt kommt! Ja, hier gibt es Krokodile. Und zwar jede Menge. Schon nach wenigen Metern Fahrt begegnet uns das erste Exemplar. Und im Laufe der Fahrt sehen wir noch eine Menge mehr von diesen Biestern, Manchmal fährt unser Bootsmann echt ganz nah dran und du kannst in diese uralten Augen schauen. Das ist gruselig!

Abgesehen von den „Crocs“ gibt es jede Menge wunderschöne LAndschaft anzuschauen (die Bäume, die du auf den Fotos siehst sind in der nassen Jahreszeit übrigens komplett unter Wasser!!) und es gibt unglaublich viele Vögel. Ein paar konnte ich knipsen…

 

 

 

 

 

 

 

 

Keiner wurde vom Krokodil gefressen aber trotzdem hat es die meisten von uns schon gegruselt. Zumindest ein bisschen. Denn obwohl die Tiere „nur“ faul in der Sonne herum lagen oder träge im Wasser dümpelten – jeder hat schon mal in einer Doku gesehen wie aus einem träge dahintreibenden Baumstamm urplötzlich ein gnadenloser Killer wurde.

Nach dem Mittagessen starten wir zum letzten highlight unserer Tour: den Jim Jim Falls. Es geht los mit einer Wanderung an einem malerischen, kleinen Fluss entlang. Felsbrocken liegen im Weg herum und hier und da müssen wir ein bisschen klettern. Die Landschaft ist, wie auch sonst?!, wunderschön und auch hier treffen wir nur sehr wenige Menschen.

Plötzlich öffnet sich der Weg, ein paar dicke Felsbrocken liegen herum und wollen überwunden werden und dann stehe ich – ganz plötzlich und unerwartet – an einem weissen Sandstrand!

Ja! Tatsächlich! Von steil aufragenden Felswänden umgeben glitzert hier ein kleiner See und das Ufer dieses Sees besteht aus hellem, weichem Sand. Das ist voll der Hammer!

Das Wasser ist ziemlich grün und im ersten Moment gar nicht so einladend, ausserdem ist es natürlich a****kalt, aber nach dem ersten Schreck planschen die meisten von uns prustend und schnatternd im Wasser. Aber das Beste kommt ja noch! An einer Seite des kleinen Sees kann man durch eine Art Felsbarriere schwimmen und kommt in einen zweiten kleinen See. An dessen Ende muss man über eine weitere Felsensprre klettern und steht am Ende der Schlucht. Kreisrund hat das Wasser einen Pool in den Stein gewaschen, senkrecht ragen die Felswände auf und das Wasser im Pool funkelt im Sonnenlicht.  Es ist atemberaubend!

Und das meine ich ganz wörtlich. Als ich nämlich in dieses Wasser steige nimmt es mir den Atem, und zwar sowas von. Ach du Sch…..ist das KALT! uuaahh…..japs. Aber es ist grossartig und diese Kulisse ist einmalig! Ich muss unbedingt zurück und die Gopro holen, denn das müsst ihr sehen.

Also nicht faul auf den Rückweg gemacht! Der vordere See kommt mir jetzt beinahe warm vor. Allerdings muss ich beim Schwimmen sehr aufpassen, denn es gibt viele Steine unter Wasser, sodass die Tiefe immer variiert und manchmal nur wenige Zentimeter beträgt. Ich schnappe mir die Kamera, schwimme den ganzen Weg wieder zurück und stürze mich ein weiteres Mal in dieses eisekalte Wasser! Und bitte, hier sind die Fotos und Video 1, Video 2:

 

 

Tja, und jetzt sind wir auf der Rückfahrt nach Darwin. Wir kommen noch an der krokodil-verseuchtesten Stelle Australiens vorbei: einer Furt durch den Mary River (wenn mich nicht alles täuscht). Heute lauern keine Krokos hier aber manchmal laufen die hier einfach so über die Strasse, zum Schreck der Autofahrer!

Unsere Tour ist zu Ende und wie das immer so ist, wenn man eine „real good time“ miteinander hatte, man will sich nicht so recht trennen. Ich kann mir kaum vorstellen, heute nach in einem Haus in einem Bett zu schlafen ,Keine Sterne und kein Vogelgezwitscher am Morgen, dafür aber Lärm und Verkehr um mich herum  und dann auch noch meine buddies nicht bei mir. Nee, das fühlt sich nicht gut an! Einigen anderen geht es ähnlich und so verabrden wir uns für den Abend zu einem Bummel über den Markt am Strand. Das Abschied nehmen hinauszögern, die Gemeinschaft noch auskosten.

Es gibt was zu Essen und zu Trinken, wir können ein paar Souvenirs einkaufen – dotpainting Kunst, Boomerangs, Buschhüte und „jerky“ (Dörrfleisch) wahlweise vom Wasserbüffel, Kamel oder Krokodil. Die Menschen sitzen am Strand und schauen dem Sonnenuntergang zu. Zwei (weisse!) Musiker machen seltsam hypnotische Musik mit dem Didgeridoo, was zahlreiche Aborigines zum Tanzen animiert. Was für ein Spektakel – laut, bunt, skurril und schräg in einer grossartigen Kulisse – ein passender Abschluss und ein spezielles Goodbye für mich.

Denn nun geht meine Zeit in Australien zu Ende und ich werde auch nicht in absehbarer Zeit wieder hierher kommen.

Aber irgendwann komme ich wieder! Ich muss mir doch noch die andere Hälfte des Kontinents anschauen! Und mit dem Camper herumfahren. Und an einem richtig schönen Riff schnorcheln. Und noch viele Male Veggiemite probieren, ob es mir vielleicht doch irgendwann schmeckt. Und die wunderbaren Menschen wiedertreffen, die mir hier zu Freunden geworden sind. Und, und, und…..

Für mich gibt es viele Gründe in dieses wunderbare, sorglose, luftige Land zurück zu kommen. Eines Tages…

Abenteuer Outback, next level: Uluru, Kata Tjuta und King’s Canyon

Auf meinem Flug von Cairns nach Uluru (Ayer’s Rock) habe ich einen Fensterplatz, sodass ich mir die Weite und die Grösse des outback von einer höheren Perspektive aus ansehen kann. Und das ist echt beeindruckend! Gelbliches Beige und rötliches Braun dehnen sich soweit das Auge schauen kann. Nichts als Sand, Steine, Gestrüpp, Felsen, nur wenige grüne Tupfen und ein paar Salzpfannen hier und da kann ich erkennen.  Tiefe Einschnitte, die sich über weite Strecken in Kurven winden als hätte ein starker Fluss über Jahrtausende hier sein Siegel eingegraben. Felsformationen, die von hier oben winzig aussehen. Ein grosses Nichts, so scheint es. 

Und doch, ich kann Strassen sehen, die schnurgerade das Nichts durchschneiden. Von einer Seite meines Blickfeldes zur gegenüberliegenden Seite, wie mit dem Lineal gezogen, manchmal gekreuzt von einer weiteren Linie, die ebenfalls von Horizont zu Horizont eine Gerade bildet. Woher kommen diese Strassen? Wohin führen sie? Wer benutzt sie? Es erscheint mir surreal, dass Menschen in dieser Einöde leben und doch unterbrechen ab und zu sogar Gebäude die Eintönigkeit. Farmen? Fabriken? Geheime Raumfahrtzentren?

Und dann sehe ich Uluru zum ersten Mal! Plötzlich erhebt sich dieser grosse Block aus einer riesigen Ebene, zieht alle Blicke auf sich und erscheint doch völlig unbeeindruckt von der erzielten Aufmerksamkeit. Ich bekomme einen ersten Schimmer, warum Menschen von überall her zu diesem Felsen kommen.

Kurz darauf landet mein Flieger und ich werde ein winzig kleiner Teil dieser Weite und Grösse des outback. Meine Füsse laufen auf dem roten Sand, meine Nase riecht die Wüste, meine Augen sehen den Horizont so weit entfernt und meine Haut spürt die heisse Sonne. Es fühlt sich irgendwie ….hmm, richtig an. Ich kann spüren, dass ich ein breites Lächeln im Gesicht habe – ja, ich freue mich, hier zu sein!

Ich habe eine Menge Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang bevor ich von meinem Tourbus abgeholt werde  und wir ins Camp fahren. Hier wartet allerdings erstmal eine grosse Enttäuschung auf mich. Ich habe laut Reisebeschreibung ein Wüstencamp erwartet, also irgendwie Zelte rund um eine Feuerstelle oder so was. Hier sind wir allerdings in einer Art Campdorf. Es gibt jede Menge feste Küchenbaracken, Dusch- und Toulettenhäuschen und eine Menge Busse und Allradautos und Menschen. Zudem ist direkt neben unserem „Camp“ so eine Art Restaurant, wo heute abend eine private Party stattfinden wird. Die Musik dröhnt schon jetzt aus den Boxen. Wir schauen alle etwas ungläubig und enttäuscht.

Unser guide versucht sein Möglichstes, um die Laune oben zu halten. Er erklärt in Rekordzeit die Abläufe und scheucht uns ruck zuck wieder in den Bus. Auf nach Uluru!

Es ist nur eine kurze Fahrt, die unser guide nutzt, um uns ein paar Dinge über Uluru (Ayer’s Rock) zu erklären. Seit der Rückgabe von Ayer’s Rock an die Aborigines (1985) wird vom Besteigen des Berges abgeraten, da dies von den Aborigines nicht gewünscht wird. Uluru ist das wichtigste Heiligtum für die hier ansässigen Ureinwohner, die hier besondere Rituale und Zeremonien feiern. Einem respektvollen Besuch und einer Umrundung steht jedoch nichts entgegen. An bestimmten Stellen ist Fotografieren nicht erlaubt und streng verboten ist es, Sand oder Steine von hier mitzunehmen. (Es soll schon vielen Menschen Unglück gebracht haben, wie reumütige Briefe von Leuten, die die Steine per Post zurücksandten verraten).

Uluru erhebt sich rund 350m hoch über die Ebene und wirkt sogar von weitem sehr imposant. Es erscheint von Wind, Wetter und Sand rund abgeschliffen, doch beim Näherkommen erkennen wir Risse und Schluchten, sowie einzelne grosse Felsbrocken, die am Fusse des Berges liegen. Dennoch ist der erste Eindruck der einer grossen Kompaktheit, Dichte, Präsenz. Und der Hammer ist, dass der Berg schätzungsweise noch 6000m in die Tiefe geht!

Hier kannst du einmal um Uluru herumfahren (klick für Video)

Wir haben leider nicht genug Zeit, um den gesamten Berg zu Fuss zu umrunden, aber wir bekommen die wichtigsten Stellen gezeigt. Uralte, immer wieder restaurierte Höhlenzeichnungen erzählen die ewigen Aborigine-Legenden (auch Traumzeit genannt), an vielen Stellen ist der Fels speckig von tausenden Händen, die hier angefasst und tausenden Hintern, die hier gesessen haben. Und natürlich hat jede Steinformation die auch nur annähernd wie irgendetwas aussieht einen Namen und eine bestimmte Geschichte zu erzählen.

Auf der Schattenseite des grossen Felsen erscheint das Gestein rauher und weniger geschliffen zu sein und es gibt sogar eine Wasserstelle. Die verschiedenen Farben und Formen sind faszinierend und so schiesse ich Fotos noch und nöcher…..

Ein Besuch im Ulurumuseum gibt uns Einblicke in die Wichtigkeit dieses Felsen für die Aborigines, es werden alte Legenden mit uns geteilt, besagte Briefe von reumütigen Souvenirjägern sind genauso ausgestellt wie Gegenstände aus dem traditionellen Leben der Ureinwohner.

Und dann wird es Zeit, uns eine Stelle für den Sonnenuntergang zu suchen. Wir haben Glück, denn das Wetter ist gut und der Himmel klar. Die Sonne kann ungehindert ihre Strahlen auf den roten Felsen werfen und ihn dadurch zum Erstrahlen bringen. Wirklich eine besondere Atmosphäre hier, alle warten gespannt auf dieses Naturschauspiel. Und wir werden nicht enttäuscht. Aber schau selbst, was die Fotos dir erzählen….

Glücklich und mit der Welt im Reinen kehren wir ins Camp zurück. Wir bekommen unsere swags (du erinnerst dich?) und solange unser guide das Abendessen kocht können wir unser Lager aufschlagen, duschen gehen und uns gegenseitig ein bisschen kennenlernen. Gegessen wird am Tisch in der Kückenbaracke,  danach allerdings verziehen wir uns alle ans Lagerfeuer und machen es uns gemütlich. Aber nicht zu lange, denn morgen früh müssen wir schon um halb fünf aufstehen für den Sonnenaufgang. Dank der Party nebenan wird es eine ziemlich unruhige und kurze Nacht, aber um halb fünf Uhr morgens ist man ja sowieso nicht ausgeschlafen, also was soll’s?!

Ein schnelles Frühstück und dann ab in den Bus. Wir fahren zum Aussichtspunkt bei Kata Tjuta (den „Olgas“) von wo aus man einen tollen Blick auf das allerdings ziemlich weit entfernte Uluru hat. Wenn du zur richtigen Jahreszeit kommst, dann geht die Sonne direkt hinter dem grossen Felsen auf, jetzt allerdings nicht. Das tut  der Schönheit aber keinen Abbruch und wenn man davon absieht, dass es schweinekalt ist während wir still stehen und auf die Sonne warten ist es wirklich wunderschön. Seitlich hinter uns sind die Olgas recht nah und es sieht toll aus, wie die ersten Sonnenstrahlen das Rot der Felsen zum Leben erweck.- Eben noch in schwarzgraue Schatten getaucht erglühen sie nun regelrecht. In wenigen Minuten ist der gesamte Felsen in Sonnenlicht gebadet.

Und wir fahren nun genau dort hin und schauen uns alles von ganz nah an. Eine wenig anstrengende Wandereung durch Kata Tjuta steht auf dem Programm und ich bin ganz in meinem Element. Der  einfache Wanderweg führt durch die Felsen und hinter jeder kleinen Biegung gibt es wieder eine neue Aussicht zu bewundern. Nach einer Weile bleiben die Felsen etwas zurück und dier Blick öffnet sich auf eine Art Hochebene, bevor es nach einer Weile wieder in die Felsen geht. Hier heisst es nun steil nach oben zu kraxeln, aber auch hier ist alles gut für die Touristen vorbereitet und in den Stein gehauene Stufen machen den Anstieg leichter. Oben angekommen erwartet uns unser guide mit Obst und Keksen und einer grossartigen Aussicht!

Inzwischen haben wir Teilnehmer uns schon ganz gut kennen gelernt und so hört man überall Geplauder und Lachen. Später wieder im Bus ist die Atmosphäre ebenfalls entspannt und alle haben gute Laune. Das verbessert sich noch als wir am roadhouse „Curtain Springs“ Halt machen. Hier können wir uns mit dem Nötigsten eindecken (soll heissen Alkohol und Süssigkeiten), besonders empfohlen wird der hiesige Portwein, der wohl ein ganz besonderes Tröpfchen sein soll – will man dem Etikett glauben! 😉

Witzig sind auch die diversen Schilder, die den geschäzten Kunden auf diverse wichtige Örtlichkeiten und Umstände aufmerksam machen sollen. (Du wirst noch ein paar mehr zu sehen bekommen).

„Bloke’s“ und „Sheila’s“ finden sich überall im outback (in Birdsville habe ich das zum ersten Mal gesehen und bin auf meiner Suche nach dem Örtchen, das nicht sooo offensichtlich zu erkennen war, fast verzweifelt. Wieherndes Gelächter meiner geschätzten Aussie-Wüstentruppe war das Ergebnis!)

 

 

 

 

 

 

 

Unser Camp schlagen wir heute auf der King’s Creek Station auf, eine der grössten Rinderfarmen der Gegend. Auch Kamele werden hier gezüchtet und wer will kann auf einem dieser Tiere einmal um den Paddock schaukeln. King’s Creek Station ist rund 1800 qkm gross und ist damit ungefähr doppelt so gross wie das Land Berlin! 

Heute gibt es richtiges Campfeeling! Wieder schlafen wir in swags, es gibt ein schönes Lagerfeuer und unser guide kocht im „campoven“! Nochmal zur Erinnerung, das ist eine Art grosser Gusseisentopf mit Deckel, der mitten in die glühenden Kohlen gestellt wird. Das Essen schmort langsam vor sich hin und ist unglaublich lecker. Unser guide kocht in mehreren Töpfen gleichzeitig und stellt daher ein paar von uns als Hilfsköche ein. Einer tut sich besonders hervor als er mit blossen Händen den Deckel eines der Töpfe anhebt, um den Inhalt zu kontrollieren. Unser guide hatte sich bis dato immer mit einem Schürhaken abgemüht und traute seinen Augen kaum! Was für ein Gelächter als sich nun herausstellte, dass der Deckelgriff gar nicht heiss war!

Ein paar der Teilnehmer sprechen dem „f***ing good stuff“ ordentlich zu, aber die meisten haben auch ohne Alkohol viel Spass. Und schon recht früh ziehen sich die meisten in ihre swags zurück, denn erstens wird es schon wieder empfindlich kühl, zweitens müssen wir auch morgen wieder früh raus (4.ooh) und drittens ist der Sternenhimmel einfach mal so was von grossartig, dass die meisten lieber in den Himmel statt in die Flasche gucken.

Mitten in der dunkelsten Nacht klingeln, piepsen, surren und scheppern die diversen Wecker – Guten Morgen, liebe Campbewohner, es ist vier Uhr und sie wollten geweckt werden! Uuuuuaaahhhhh…….und dann erklingt ein glockenhelles Lachen. Das ist Harriet, eine blutjunge Engländerin und der positivste Mensch, den ich je in meinem Leben getroffen habe. Sie ist nur Freude und Lachen und Lebensfreude. Und sie kann schon um vier Uhr morgens, gerade erst halb aufgewacht, ein lautes, klares, wunderschönes Lachen von sich geben! Es ist einfach grossartig und beinahe alle stehen nun mit einem Grinsen auf. 

Da von unserm guide noch nichts zu sehen ist schüren wir schon mal das Feuer und machen den grossen Wasserkocher an. Er ist sichtlich erfreut, dass schon alle auf und munter sind als er (ein kleines bisschen verkatert wie mir scheint) aus seinem swag krabbelt. 

Ein schnelles Frühstück auf die Hand und los geht es zum King’s Canyon! Wir wollen unbedingt zum Sonnenaufgang dort sein. Die meisten machen im Bus nochmal für ein halbes Stündchen die Augen zu, doch dann sind wir da und es heisst Hinauf auf den Berg! Ziemlich bis sehr steil bergauf führt der Weg und so kommen wir trotz eisiger Temperaturen schnell ins Schnaufen und Schwitzen. Dieser Teil des Weges heisst halb im Scherz „Heart Attack Hill“  (Herzanfallhügel) – warum erklärt sich von selbst. Der Aufstieg ist trotzdem wunderschön und ich bedaure es nur, dass wir so schnell gehen und keine Zeit bleibt zum Geniessen und Fotografieren.

Aber wir möchten ja schneller sein als die Sonne und wir schaffen es geradeso! Wir sind die Allerersten auf der höchsten Ebene des King’s Canyon. Noch liegt alles in tiefem Schatten, es ist zwar schon dämmerig hell aber die Felsen sind grau und farblos. Wir begrüssen den Canyon mit einem lauten Gruppen -„EEEEEEEYOOOOOO“ und, ist das denn zu fassen?!, die Schlucht grüsst zurück! 😉

Der Wind pfeift uns kalt um die Ohren und Nasen und doch möchte keiner von uns jetzt woanders sein. Es ist unglaublich schön hier oben! Plötzlich glitzern die ersten Sonnenstrahlen am östlichen Horizont auf. Langsam, ganz langsam erscheint ein schmaler, rötlich leuchtender Streifen am gegenüberliegenden Canyonrand. Er wird stetig grösser und grösser, der Fels leuchtet auf, angestrahlt von diesem riesigen spotlight und dann, ganz plötzlich ist die Sonne da und der gesamte Felsen beginnt zu leuchten. Ein atemberaubendes Naturschauspiel!

Hier findest du ein kurzes Video (klick).

Wäre ich alleine hier so würde ich wahrscheinlich noch ein paar Stunden bleiben und die Gegend anstaunen, aber so in einer Gruppe muss man ja mitgehen. Aber wir haben nun Zeit genug und können schauen und staunen und Fotos machen. Und es gibt so viele Motive! Felsformationen, die mit ein bisschen Phantasie Tiere darstellen, Wellenmuster, die darauf schliessen lassen, dass es hier mal viel Wasser gab, tiefe Einschnitte und Schluchten, in denen der im Schatten liegende Felsen immer noch fast schwarz ausschaut. Und über allem immer wieder grandiose Aussichten über diese Landschaft bis weit hinaus in die Ebene bis an den enferntesten Horizont.

Wir erreichen den „Garten Eden“, eine Art tiefer Schlucht, die fast ein bisschen wie ein Wadi anmutet: in der Wüste der Steine und Felsen wachsen plötzlich Bäume, Büsche, ja sogar Palmen und am Ende der Schlucht findet sich sogar ein kleines Wasserloch. Ein wahrhaft paradiesischer Ort und in dieser eher rau und unwirtlich anmutenden Gegend gänzlich unerwartet. Es herrscht eine ganz  besondere Stimmung,, die durch die Stille noch verstärkt wird. Alle Besucher werden nämlich aufgefordert aus Respekt von diesem heiligen Tal nicht zu sprechen. Die meisten halten sich daran, sodass man in stiller Meditation den Zauber dieses Ortes auf sich wirken lassen kann.

 

Auf der anderen Seite der Schlucht wartet schon gleich die nächste Überraschung aug uns! Hier finden sich eine Menge natürlicher Sandsteintürme und Kuppeln. Wind und Wetter haben hier über Jahrtausende das Gestein bearbeitet und abgeschliffen und so die unglaublichsten Formationen geschaffen. Die Türme sehen aus wie die übriggebliebenen Ruinen einer antiken Stadt. Allerdings gefällt mir die Legende der Aborigines noch besser: sie besagt, dass hier eine Gruppe Menschen lebte, die für alle Ausgestossenen dieser Welt eine Heimat schaffen wollten. Buchstäblich jeder könnte hier herkommen und in ihrer Gemeinschaft leben, in Frieden und Sicherheit. Die Gründer dieser Gemeinschaft nahmen ihre Aufgabe so ernst und der Schutz der Menschen dieser Gemeinschaft waren ihnen so wichtig, dass sie sich auch nach dem Tod nicht entschliessen konnten, diese Ende zu verlassen. So verwandelten sie sich in Felsentürme, um so für immer über die ihnen Anvertrauten zu wachen.

Die Aussicht über die riesige Schlucht des King’s Canyon ist auch von dieser Seite atemberaubend. Und obwohl sich der Himmel inzwischen ein wenig bezogen hat und so die leuchtenden Farben erloschen sind ist es ein grandioses Erlebnis, in dieser Landschaft herumzulaufen!

Hier nochmal ein Video für dich (klick)

Müde und aufgekratzt, voll von all diesen Bildern der grossartigen Landschaften dieser unglaublichen Weite und der grandiosen Schönheit des outback fahren wir in einem Rutsch durch bis nach Alice Springs, wo wir uns – für mich persönlich eine komplette Umkehrung des Natürlichen – einen Tag lang in der Stadt von den Strapazen der Natur ausruhen können (????!!!), bevor es dann für einige von uns noch weiter geht zum zweiten Teil des outback Abenteuers: die Fahrt von Alice Springs nach Darwin!