Zauberhaftes, magisches Bali 1

Jetzt gibt es einen richtigen Kulturschock! Australien, Neuseeland und sogar Französisch Polinesien waren bei aller Exotik doch irgendwie ziemlich europäisch geprägt, aber jetzt geht meine Reise nach Asien und hier ist nun einmal alles anders.

Das erste Lächeln entlockt mir der Toilettenbesuch am Flughafen von Denpassar: es stehen Wasserschalen mit Franghipaniblüten am Waschbecken und dieses Schild hier bringt mich zum Lachen. Herzlich willkommen in Asien!

Und dann stürze ich mich hinein, ins Leben: ich versuche, einen Taxifahrer dazu zu bringen, mich für einen einigermassen anständigen Preis nach Ubud zu bringen. Kaum aus der Tür getreten stürmen sie auf mich zu und beginnen den Tanz: „Miss! Miss! Taxi Miss? Good price, Miss! Taxi? Taxi?“ tönt es von allen Seiten. Ich ignoriere sie erstmal alle und gehe bis ans andere Ende der Halle. Dort quatsche ich ein junges Pärchen an, die offensichtlich ebenfalls ein Taxi brauchen, ein weiterer junger Mann schliesst sich uns an und so teilen wir uns ein Taxi zu viert, was meiner Urlaubskasse guttut. Der Taxifahrer handelt hart und wir müssen dreimal weglaufen bevor wir uns einigen können.

Das Handeln gehört in Asien dazu. Wer nicht handelt ist selber schuld wenn er zuviel bezahlt, denken die Asiaten. Dass man als gerade angekommener Tourist keine Ahnung von den Preisen hat kommt ihnen zugute und wird auch weidlich ausgenutzt. Trotzdem hat alles auch immer eine Grenze, finde ich, und als Urlauber sollte man nicht vergessen, dass die einheimischen Dienstleister allesamt sehr viel ärmer sind als wir und dass hinter jedem Einzelnen eine meist grosse Familie steht. Also Handeln ja, aber nicht drücken bis zum Gehtnichtmehr, das ist zumindest meine Devise. 

Endlich ist es geschafft, wir sind uns einig und aufatmend lassen wir uns in die Sitze sinken. Die Entspannung dauert allerdings nur kurz, denn wie erwartet fährt unser Fahrer schnell, ruppig und ohne irgendwie erkennbar Strassenregeln zu beachten. So, wie alle anderen auch. Der Strassenverkehr in Asien ist ein echtes Abenteuer und auch Bali ist hier keine Ausnahme. Jede noch so kleine Lücke wird ausgenutzt, Motorräder kommen aus allen Richtungen und fahren sehr oft auch entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung, Fussgänger wuseln überall herum und Strassenstände und Schlaglöcher erschweren das Durchkommen der Autos. Wir nehmen mehrere Abkürzungen und fahren durch kleine, schmale Strassen, um den Hauptverkehrsstrom zu umgehen. Leider hindert uns irgendwann eine auf voller Breite aufgerissene Strasse am Weiterkommen. Unser Fahrer schimpft wie ein Rohrspatz als er notgedrungen umdreht und ein ganzes Stück zurückfahren muss.

Irgendwann kommen wir in Ubud an. Natürlich kennt der Fahrer aus Denpassar nicht die einzelnen guesthouses in Ubud und so bitte ich ihn, mich einfach im Zentrum abzusetzen. Der junge Mann steigt mit mir aus, das Pärchen will noch weiter nach ihrem Hotel suchen. Der Fahrer ist ganz offensichtlich erleichtert, schon mal zwei von uns los zu sein und braust davon. Hhmm, hier stehen wir also nun, auf der Strasse in einer fremden Stadt in einem fremden Land und schwitzen. Wir gehen in die Richtung, die der Fahrer uns vage mit der Hand angewiesen hatte, doch schon nach wenigen Metern wird uns klar, dass es hier eher nicht ins Zentrum geht.

Vor einem Massagesalon sitzen ein paar Balinesen herum und wir fragen sie nach dem Weg. Ein fröhliches Gezwitscher geht los, von dem wir beiden Touristen natürlich kein Wort verstehen. Letztendlich bekommen wir gleich ein Beispiel balinesischer Hilfsbereitschaft, denn einer der Masseure holt sein Moped heraus und fährt mich mitsamt meinem Riesenrucksack in mein guesthouse, um gleich wieder umzukehren und auch den jungen Mann zu fahren. Bist du schon mal mit einem grossen Rucksack auf dem Moped einen Berg hochgefahren? Ich gebe zu, ich hatte echt Angst hintenüber zu fallen, haha!

Mein Domizil liegt versteckt in einem zurückgesetzten Haus und ist nur durch einen dunklen, schmalen Spalt zwischen zwei anderen Häusern zu erreichen. Meine Erwartung sinkt. Aber dann stellt sich die Unterkunft als wirklich hübsch heraus und mein Zimmer ist gross und bunt gestaltet und das Doppelbett mit Moskitonetz sieht bequem aus. Das Ganze ist wie eine Art grosser Balkon und aus den grossen „Fenstern“ (ohne Glas) schaue ich in den Garten und auf einen zugewucherten Fluss. Grüner Bambus wächst hier meterhoch und raschelt leise im Wind: es ist herrlich!

Nach einer schnellen Dusche geht’s ab in die Stadt. Bei einem kleinen Mittagessen versuche ich die ersten Leckereien der balinesischen Küche und schaue dabei den Menschen auf der Strasse zu. Wahre Massen strömen draussen an mir vorbei und ich bin ehrlich gesagt ein bisschen geschockt. Ich wusste schon, dass Bali sehr touristisch ist, aber ich war nicht darauf vorbereitet, hier in Ubud – weit weg von jedem Strand! – dieser Menge an Urlaubern zu begegnen. 

Die kommenden Tage nutze ich, um die Umgebung zu erkunden, mich zu orientieren und eine passende Unterkunft zu finden, denn in fünf Tagen kommt mein Sohn Patrick mit seiner Freundin Tine! Sie werden knapp drei Wochen lang Bali mir mir erkunden und ich bin schon jetzt soo aufgeregt und freu mich unglaublich auf die beiden. Vorher mache ich aber noch all die kulturellen Dinge, die ich toll finde, die beiden aber eher langweilig.

Wie beispielsweise ein Besuch im „Museum der Masken“. Ein wundervolles Museum, das in mehreren typisch indonesischen Häusern eine eindrucksvolle Sammlung verschiedener Masken ausstellt, sowie Handpuppen, Marionetten und Schattentheaterpuppen zeigt. Doch sieh selbst:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An einem Abend besuche ich eine Tanzshow. Die finden hier in Ubud täglich in verschiedenen Etablissements statt und sind eine reine Touristenattraktion. Dennoch lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall, denn der traditionelle balinesische Tanz ist sehr bunt, sehr grazil und sehr exotisch. Die Eintrittskarten für die Veranstaltungen werden auf der Strasse verkauft und zwar je mehr je besser. Die an den Seiten offenen Tanztheater werden daher so voll gestopft wie es irgendwie geht, manchmal müssen die Zuschauer sogar stehen! Aber ich hab Glück und ergattere noch einen Sitzplatz. 

 

                                                                 Auch wenn ich die Musik, sagen wir mal ….. sehr exotisch finde geniesse ich die Show. Die bunten Kostüme, die Grazie der Tänzer, das irgendwie skurile Augenrollen und die ungewöhnlichen Bewegungen bezaubern mich und so vergeht die Zeit wie im Flug.

Hier findest du ein kurzes Video(klick).

Ein Besuch auf dem „local market“ ist immer spannend und nachdenm man sich vom ersten Schock erholt hat macht das Entdecken von einheimischen Spezialitäten, sowie das Schwelgen in den bunten Farben der tropischen Früchte und den exotischen Düften der Gewürze immer einen Riesenspass. Für kleines Geld kannst du hier die leckersten Mangos und Minibananen kaufen, die süssesten Ananas und auch Früchte, die man bei uns kaum je zu Gesicht bekommt wie Mangostan, Drachenfrucht oder Rambutan. Natürlich gibt es auch immer Papayas und Kokosnüsse, die hier quasi zu den Grundnahrungsmitteln gehören.

Auch ein Spaziergang durch die ausgedehnten Reisfelder, die die Umgebung von Ubud ausmachen ist einfach ein Muss (nicht erst seit Julia Roberts in „Eat Pray Love“ hier mit dem Fahrrad entlang fuhr). Wunderschön ist das saftige Grün der Reisfelder und man kann hier tatsächlich die Reisbauern beobachten, wie sie den Boden umpflügen, die Felder fluten und neue Pflänzchen setzen. Reisanbau ist Handarbeit bis heute, eine schwere Arbeit und ein hartes Leben, 

In Asien hat praktisch jede Familie mindestens ein Reisfeld, das den persönlichen Bedarf abdeckt. Wer allerdings vom Reisanbau alleine leben möchte (oder muss) findet sich am unteren Ende der Gesellschaft wieder. Viel Geld ist hier nicht zu verdienen und die harte Arbeit erscheint vor allem den jungen Asiaten nicht erstrebenswert. Daher wandern alle, die es sich irgendwie erlauben können ab in Richtung Tourismus, Dienstleistung oder Bau. Auf Bali ist im Laufe der vielen Jahre, die hier schon einträglicher Tourismus betrieben wird ist eine ziemlich breite Mittelschicht entstanden, die ihr Geld mit und rund um die Touristen verdient, die Reisfelder werden nebenberuflich betrieben.

Insgesamt erscheint mir, das Bali den Spagat zwischen Bewahrung alter Traditionen und Innovation recht gut hinbekommt. Ausser den vielen Touristen kann man überall traditionell gekleidete Balinesen antreffen, die ihren Geschäften nachgehen. Täglich werden hunderte von kleinen Blumenkörbchen gefertigt, die den Göttern und Geistern als Opfer dargebracht werden. Es gibt hier für alles, wirklich alles ein besonderes Ritual und Ofergaben werden nicht nur in den Tempeln dargebracht, sondern schmücken jeden Tag die Eingangstür der Läden und Restaurants, Autos und Busse, Kochherde und Hauseingänge. Einmal dargebracht verlieren sie sofort ihren Wert und werden später achtlos von den Strassenkehrern eingesammelt oder falls essbar von streunenden Strassenhunden verschlungen. 

Lasten werden auch heute noch oft auf dem Kopf getragen und beim Besuch des Tempels wird noch immer die traditionelle Kleiderordnung eingehalten. Auch Touristen werden angehalten, diese Kleidung anzulegen wenn sie an einem Ritual teulnehmen möchten. Auf der anderen Seite ist das moderne Leben überall präsent. Läden mit Mobiltelefonen, Computerzubehör und Auto-Tuningteilen reihen sich aneinander, stylische Cafés warten auf Gäste, Massagesalons buhlen um Kundschaft und alle Arten von Serviceleistungen werden angeboten. 

Für uns Besucher ist diese Mischung sehr angenehm, daher erfreut sich Bali ungebremster Beliebtheit bei den Touristen. Leckeres, preiswertes Essen, schöne Shops mit Kitsch und Kunsthandwerk, bunte, flippige Klamotten und sehr preiswerte Massagen – all das findet sich zuhauf in Bali. Jede Menge Sonne, tolle Natur, schöne Strände und sogar Party-Nightlife finden sich hier zusammen und lassen Touristenherzen aus aller Welt höher schlagen. Mal schauen, was Tine und Patrick sagen. Für beide ist es der erste Besuch in Asien …..

Damit sie einen guten Start haben schicke ich ihnen einen Fahrer an den Flughafen. Denn sich nach einem interkontinentalen Flug mit      -zig wildgewordenen Taxifahrern in einer ungewohnten Sprache herumzuschlagen ist kein Spass!

Doch die beiden lassen sich nicht bange machen (und sind sehr erleichtert, dass die Unterkunft schön und sauber ist), sondern sind direkt unternehmungslustig und so geht es gleich los mit unserer Entdeckungstour rund um Ubud. Das erste highlight ist der Besuch im Affentempel. Stell dir eine grosse Tempelanlage inmitten eines weitläufigen Waldstückchens vor, das Ganze bevölkert von hunderten Affen! (Video)

Die Makakenaffen leben hier in direkter Nachbarschaft mit den Menschen und man sieht sie auch in der Stadt selbst häufig. Im Affentempel selbst sind sie eher faul und gelangweilt, müssen sie doch nicht auf Nahrungssuche gehen und sich auch keiner Feinde erwehren. (Video)

Die intelligenten Primaten haben längst gelernt, dass Touristen oft Futter oder andere interessante Dinge mit sich bringen und so sind die Biester hier aufringlich frech bis gefährlich dreist. Sie versuchen oft die Touristen anzuspringen und lose Dinge wie Mützen, Sonnenbrillen, Getränkeflaschen oder Fotoapparate zu klauen. Und sie springen gerne auf Rucksäcke, wo sie geschickt die Reissverschlüsse aufziehen, um im Inneren nach Essbarem zu suchen.

Wir haben vorsorglich schon alles Bewegliche im Rucksack verstaut, den mein Sohn auf dem Rücken trägt, doch das hält einen besonders vorwitzigen Affen nicht davon ab, auf Beutesuche zu gehen. Er springt meinem Sohn auf die Schulter und versucht den Rucksack aufzumachen. Ich versuche, ihn mit Armgewedel zu verscheuchen. Der freche Makake lässt zwar von meinem Sohn ab aber jetzt hasst er mich dafür und will mich auf dem Weg nicht vorbei lassen. Er faucht mich an und bleckt die Zähne (die haben übrigens ein ganz schönes Gebiss!) Ohne gross darüber nachzudenken fauche ich einfach zurück! Da wird das Biest erst recht wütend und springt mich an. Im Reflex reisse ich zum Schutz meinen Arm hoch und treffe mit der Hand versehentlich den Affen am Kopf!

Der Affe sitzt jetzt fassungslos den Kopf schüttelnd auf einem Geländer, ich bin ebenfalls fassunglos und meine beiden Jungbackpacker lachen sich halbtot. Hier findest du ein kurzes Video dazu.

Zur Erholung von dem Schreck verziehen wir uns in die wundervoll grünen Reisfelder. Ich hatte dort ein tolles kleines Restaurant auskunschaftet, wo wir jetzt gemütlich unsere fruitshakes geniessen und der Zeit beim vergehen zuschauen. Herrlich!

Hier kann man übrigens für einen Dollar eine leere Kokosnuss kaufen. Häh? Was’n das, denkst du jetzt wahrscheinlich. Das ist eine tolle Idee, wie man aus Müll etwas Wertvolles kreiert! Ein ortsansässiger Künstler schnitzt nämlich aus der leeren Kokosnuss ein Gesicht und das wird hier im Restaurant aufgehängt. Und der Dollar kommt einer Stiftung zugute, die unterprivilegierte Kinder mit Schulmaterial ausstattet. Super Projekt, finde ich.

Heute abend erwartet uns noch ein weiterer Höhepunkt: wir gehen au einem „Kejac-Dance“. Das ist ein balinesischer Feuertanz, der ausschliesslich von Jungen und Männern getanzt wird. Zweimal im Monat (Neumond und Vollmond) gibt es einen ganz besonderen Kejactanz, der in einem wunderschönen Park unter freiem Himmel aufgeführt wird. Und denk mal! Heute ist Neumond und ich habe uns vorsorglich drei Plätze reserviert.

Wir sitzen in der zweiten Reihe und rundherum stehen wunderschöne riesige Bäume, Grillen zirpen, über uns sind die Sterne zu sehen und wir vergessen in dieser natürlichen Umgebung völlig die Touristenmassen, die sich nur wenige Meter von uns entfernt durch die Strassen schieben.  Es ist auch so schon eine dieser magischen Nächte aber als die Tänzer die Bühne betreten werden wir sofort in eine andere, archaischere Welt entführt.

Jungen und Männer aller Alterstufen performen hier eine Art Trance Tanz. Es gibt keine Musik sondern alle „singen“ Laute wie „cak“ „kek“ und „jak“. Es gibt einen Hauptakteur und Vorsinger und die Geschichte ist eine relativ freie Interpretation einer alten Legende von Gut gegen Böse. Die Handlung ist allerdings völlig irrelevant, zumindest für uns, die wir in diesem urtümlichen Gestampfe, Gesinge und Geschrei irgendwie untergehen. Also ganz positiv gesehen! Der Kejac nimmt einen total gefangen und berührt irgendwie auf einer tiefen, unbewussten, archaischen Ebene. Hier ist das männliche Prinzip, die männliche Kraft am Werk, einmal ganz unverfälscht, roh und wild, wie sie ja heutzutage kaum mehr irgendwo gelebt werden darf/ kann. Wohl kaum jemand kann davon unberührt bleiben. Und ein ganz klein bisschen erinnert es mich an eine Herde zischender Gänse…..

Hier findest du ein paar Videos, die zwar die Stimmung nicht wirklich wiedergeben können, aber doch wenigsten einen kleinen Eindruck geben. (klick)

Am nächsten Tag fahren wir mit einem privaten Fahrer und Reiseführer kreuz nd quer durch die Umgebung von Ubud. Wir besuchen verschiedene Tempel, die zwar sehr schön und auch sehenswert, allerdings meist doch ziemlich überlaufen sind (und die aufdringlichen Verkäufer direkt vor den Tempeltoren tragen auch nicht zu einer besinnlichen Stimmung bei!). Da gefällt uns der Besuch eines kleinen Wasserfalls wo eigentlich nur Einheimische hingehen doch viel besser! Wir wagen uns sogar ins Wasser und geniessen ein kühles Bad.

Und die Fahrt an sich ist ebenfalls ein Erlebnis! Die grünen Reisfelder überall, die sich eben bis an den Horizont erstrecken oder in Hügellagen auch als Terrassen angelegt sind sind einfach ein wahrer Augenschmaus. Kleine Geisterhäuschen und manchmal sogar Grabstätten sind immer wieder zu erkennen. Tatsächlich liessen sich die Reisbauern früher oft auf ihrem Feld begraben („Ich wurde auf einem Reisfeld geboren, ich habe auf einem Reisfeld gelebt und ich möchte auf einem Reisfeld sterben – so ein geflügeltes Wort in Bali“).

Zum Sonnenuntergang fahren wir noch in das kleine Dorf Petulu, wo abends tausende weisse Reiher einfliegen, um die Nacht in den Bäumen entlang der Hauptstrasse dieses Dörfchen erstaunlicherweise in unmittelbarer Nähe zu den Menschen (obwohl es rundherum viel Platz hat) zu verbringen.

Die Legende erzählt folgendes: Mitte der 1960er Jahre gab es in Indonesien einen der schlimmsten Progrome des zwanzigsten Jahrhunderts. Unter dem heute sehr stark angezweifelten Vorwurf, einen Putsch versucht zu haben wurden Chinesen und alle, die der damaligen kommunistischen Partei Inodesiens PKI nahestanden per se zum Abschuss freigegeben. So wurden Tausende von Militärs und Milizen erschossen oder erschlagen und ohne Rituale in Massengräbern verscharrt. (Mehr zu diesem Thema hier-klick)   Auch in Petulu fanden diese Morde statt. Hier wurde allerdings eine Art Reinigungsritual durchgeführt und exakt sieben Tage später sollen die Reiher zum ersten Mal ins Dorf gekommen sein. Sie wurden zuerst als mögliche Nachrungsquelle angesehen, aber nachdem die Jäger von bösen Geistern heimgesucht worden waren, hiess man die Vögel in einem weiteren Ritual willkommen. Die Menschen glaubten, die Vögel seien die verwandelten Seelen der Opfer, die (da ohne die nötigten Rituale verscharrt) nun für immer auf der Erde wandeln müssten. Bis heute glauben die Balinesen daran und halten die Vögel für heilige Tiere, die dem Dorf Schutz und Wohlstand bringen.

Für uns ist es hauptsächlich ein wunderbares Naturschauspiel. Die untergehende Sonne färbt den Himmel in zarte Pastellfarben, die sich in den teilgefluteten Reisfeldern spiegeln und so eine einzigartige Atmosphäre schaffen.  Ein weiteres magisch anmutendes Erlebnis auf Bali.

Am nächsten Tag…… (das erzähle ich dir im nächsten Artikel) Heir erst mal noch eine Menge weiterer Fotos: