Brisbane und dann in Richtung Süden

Unser Flieger bringt uns von Adelaide nach Brisbane, wo wir ein Apartment gemietet haben. Wie sich erfreulicherweise herausstellt ist es in richtig cooles Apartment mit einem Barbecue und einem Endless-Pool auf dem Dach!! Wir sind geflasht und gehen gleich mal für ein gepflegtes (vegetarisches) 😉 Grillfest einkaufen.

Ab und zu kommt jemand und dreht ein paar Runden im wunderbar warmen Pool, aber im grossen und ganzen haben wir diese Megadachterrasse für uns, lümmeln in den Loungesessel, trinken eisgekühlten Weisswein und schlemmen geradezu hemmungslos. Der Blick ist ganz toll, wir sehen den Fluss tief unter uns in der Sonne glitzern, die City Cats (das sind Wassertaxis) flitzen hin- und her und ein grosses Kreuzfahrtschiff liegt quasi direkt unter unserem Haus vor Anker. Die Stadt ist nicht weit entfernt und wir geniessen einen ziemlich einmaligen Blick auf die Skyline. Als dann auch noch die Sonne in einem atemberaubenden Schauspiel untergeht und alles in ein orange-goldenes Licht taucht sind wir auf unserser Glücklichsein-Skala ganz weit oben angekommen.

Wir müssen uns fast zwingen, nicht einfach am Pool abzuhängen, sondern in die Stadt zu gehen. Allerdings lohnt sich das echt! Wir fahren mit den City Cats über den glitzernden Fluss und haben für ein paar Dollar eine Art Stadtrundfahrt zu Wasser – voll cool! Hier ein paar Fotos für dich:

Insgesamt ist Brisbane eine angenehme Stadt und es hätte sich sicher gelohnt, einen längeren Besuch einzuplanen. So aber machen wir nur eine Stadtrundfahrt, bummeln ein wenig durch die Strassen und entspannen im wirklich sehr schönen Botanischen Garten.

Am nächsten Tag müssen wir zurück zum Flughafen, um dort unseren Mietwagen abzuholen. Wir kriegen ein upgrade und statt eines Kleinwagens bekommen wir zum gleichen Preis einen Sieben-Sitzer-Spacewagon-Cruiser plus einer Tankfüllung gratis! Das ist ja mal mega cool und wir nehmen sogar in Kauf, dass wir noch ein bisschen auf den Wagen warten müssen. Als der dann endlich kommt ist die Freude gross. Und kurz. Denn der Wagen hat einen fast platten Reifen. Also wieder zurück in die Werkstatt und wir bekommen einen anderen Wagen der gleichen Kategorie, das Ganze dauert natürlich wieder. Aber irgendwann haben wir dann das Auto, unser Gepäck ist verstaut und los geht es! Ist ein ziemlich groovy Gefühl, so gross durch die Gegend zu cruisen, zumindest wenn man auf dem motorway unterwegs ist (in den Innenstädten sieht es da manchmal ganz anders aus, aber das erzähle ich dir später).

Wir fahren jetzt praktisch die gleiche Strecke, die ich vorher hoch gefahren bin wieder hinunter, aber wir werden natürlich andere Sachen machen und so ist das für mich trotzdem okay und gar nicht langweilig.

Die gesamte Goldcoast lassen wir allerdings auch dieses Mal einfach links liegen, denn auf Touristenmassen und Abzocke  hat keiner von uns Lust und so heisst unser erstes Ziel Byron Bay. Auf dem Weg dorthin halten wir natürlich hier und da an, besuchen das hübsche Städtchen Brunswick Heads mit dem tollen Strand, machen eine Strandwanderung und geniessen insgesamt den Tag. Praktischerweise kommen wir kurz vor Sonnenuntergang in Byron Bay an, sodass wir direkt zum Leuchtturm hochfahren, um den Ausklang des Tages von erhöhtem Standpunkt aus zu geniessen.

Danach beginnt eine nervenaufreibende Suche nach einer Unterkunft, die glücklicherweise doch noch glücklich ausgeht und uns ein sauberes Bett in einem durchaus ordentlichen, neuen Hostel beschert. Wir sind ziemlich fertig nach dem langen Tag und gehen schon bald ins Bett (kein night life in BB) ;-), sodass wir am nächsten Tag fit sind für einen Bummel und ein bisschen Shopping. Meine beiden Reisefreunde finden es ziemlich cool hier, ich selber komme allerdings nicht so gut klar und bin froh als wir weiterfahren.

Von Byron aus fahren wir weiter nach Grafton, ein Ort, der mir schon von mehreren Aussies empfohlen wurde. Da ich es auf meiner ersten Tour nicht geschafft habe, bietet es sich ja sozusagen an, diesen Besuch jetzt nachzuholen. In dem kleinen Städtchen angekommen schauen wir uns etwas verdutzt um, denn so auf den ersten Blick gibt es ausser ein paar „historischer“ Gebäude hier nichts Besonderes. (Ein zweites Robe????)

Wir steuern erst einmal ein hübsches Café an und bei Kaffee und Wraps kommen wir mit den beiden freundlichen Damen hinter der Theke ins Gespräch. Auf unsere Frage, was man denn in Grafton so machen könnte schauen sich die beiden hilflos an und wenden sich ratsuchend an die gerade hereinkommende Kundin. Zu dritt diskutieren sie die Möglichkeiten und offerieren uns (wir kringeln uns schon wieder innerlich vor Lachen) folgende Attraktionen: Das „Picturetheater“ (Kino), die „Library“ (Bücherei = lautloses Gewieher unsererseits) oder ein Spaziergang am Fluss. Wir bedanken uns artig und verlassen diesen Ort. (Was haben die Aussies nur immer mit ihren Büchereien??) Wir verzichten auf ein weiteres Erkunden dieses Städtchens und fahren weiter.

In Coff’s Harbour wollten wir eigentlich stoppen und eventuell sogar übernachten, aber es giesst in Strömen und die Wolken hängen fast bis auf’s Autodach also fahren wir weiter in einen Ort namens Bellingen. Hier finden wir ein Zimmer in einem netten Hostel mit einem tollen Blick über ein weites Flusstal und so machen wir uns gut gelaunt auf, den Ort zu erkunden. Schnell erfühlen wir die Hippieatmosphäre und überlegen uns, ob wir wohl heute abend in die ansässige Brauerei zu Bier und Livemusik gehen wollen. Erst einmal brauchen wir allerdings etwas in den Magen und so bestellen wir Pizza und holen uns diesen Wein hier aus dem bottleshop. Wir setzen uns auf unsere eigene kleine Terrasse und haben einen richtig schönen Abend. Nachdem wir uns die Flasche Hippierotwein verabreicht haben sind wir allerdings nicht mehr unternehmungslustig genug für die Brauerei. Wir schauen über das Tal, hören einem der anderen Gäste bei seinem Klavierspiel zu und lassen einfach alles ausklingen.

Am kommenden Morgen holen wir uns frische Brötchen in der schweizer Bäckerei um die Ecke und fühlen uns wie die Könige! Richtige, knusprige Brötchen! Mit Körnern drauf! Und Geschmack drin! Herrlich!! (Ich hasse nun mal geschmacksneutrales Labberbrot – und leider ist etwas anderes hier nur sehr schwer zu finden)
Wir fahren noch ein ganzes Stück ins Landesinnere, denn wir suchen einen kleinen Ort namens Thora. (Ich hab einen besonderen Bezug zu diesem Namen). Der Ort ist auf der Landkarte zwar verzeichnet, lässt sich aber nicht so einfach finden – also zumindest fahren wir gleich einmal daran vorbei und finden uns plötzlich in den Bergen  und einem Ort namens Derringen wieder. Da wir nun schon einmal hier sind schauen wir uns gleich den Wasserfall an und fragen in der Touristeninfo, wo denn nun Thora liegt. Die Dame kriegt fast einen Lachanfall und fragt neugierig, was wir denn da wohl wollten. Dann klärt sie uns auf, das Thora kein Ort ist sondern nur ein Laden und eine Tankstelle. Aha, na ja, daran kann man natürlich schon mal vorbeifahren, wenn man einen Ort erwartet. Und auf der Rückfahrt finden wir auch tatsächlich den Shop, der als Ort auf der Landkarte eingetragen ist.

Weiter geht es nach Port Macquarie und obwohl sich am Himmel bereits dicke graue Wolken ballen wagen wir einen Spaziergang am Kai entlang. Auch meinen Reisefreunden gefallen die bunt bemalten Steine und so gehen wir die Sprüche lesend immer weiter und bis ganz ans Ende. Erst dann schauen wir uns wieder um und stellen fest, dass der auffrischende Wind die Regenwolken regelrecht vor sich her peitscht. Ziemlich zackig machen wir uns auf den Weg zurück zu unserem Auto….und verlieren den Wettlauf. Im allerletzten Moment können wir uns unter das Dach einer Kneipe retten, just bevor aus den einzelnen, dicken Tropfen eine Art Wasserfall wird. Gerade nochmal Glück gehabt! In der plötzlichen Kühle, die der Regen mit sich bringt schmeckt uns das Bier nicht wirklich und nach einer Weile – es regnet nur noch stark – beschliessen wie einen kleinen Sprint zu unserem Wagen, der sicher noch mehrere hundert Meter weg steht. Ja, du denkst richtig! Wir werden nass. Pitschnass.

Unsere Fahrt führt uns weiter nach Taree – und jetzt im Nachhinein kann ich mich überhaupt nicht erinnern, warum wir hier überhaupt gestoppt haben! Egal, wir versuchen in dieser einigermassen grossen Ortschaft irgendwo eine Unterkunft zu bekommen, was sich als schwierig herausstellt. Manche als B&B gekennzeichnete Häuser sind völlig verlassen und auch telefonisch nicht zu erreichen, die grösseren Hotels fallen preislich sofort raus und wir verzweifeln schon langsam. Schliesslich biegen wie in eine Moteleinfahrt ein und folgen dem Schild „Vacancy“ „Best in Town“, ohne uns allzu grosse Hoffnungen zu machen. Tatsächlich ist etwas frei und obwohl das gesamte Motel nicht einladend wirkt und mich sehr an Bate’s Motel aus dem Film „Psycho“ erinnert wagen wir einen Blick in das Innere des Zimmers, das er uns anbieten will. Ich werfe einen einzigen Blick hinein, drehe mich um und gehe direkt zurück zum Auto. Niemals, sage ich auf deutsch zu meinen Freunden und stelle klar, dass dieses Loch auf der anderen Seite meines Limits liegt.  Stell dir ein winzig kleines Zimmer vor in dem drei Einzelbetten stehen, sehr dünne fadenscheinige Bettwäsche verhüllen die fast bis auf den Boden durchhängende Matratzen und scheinen schon seit Wochen oder Monaten unberührt auf den Betten zu liegen. Ein ausgesteckter Kühlschrank modert in einer Ecke vor sich hin und zwei Metallstühle aus den 50er Jahre stehen an einem kleinen schiefen Tischchen. Das ganze Stilleben mufft dermassen, uaahh, nee – das schüttelt es mich noch im Nachhinein. Meine Freunde staunen ein bisschen über meine rigorose Reaktion, da sie mich sonst eher entspannt und wenig pingelig kennen, aber hier werde ich definitiv und nicht schlafen. Der Besitzer erzählt uns, fast entschuldigend, dass sie heute den letzten Tag geöffnet hätten und morgen endgültig schliessen würden, deshalb könnten wir leider den Pool nicht benutzen, da der schon abgelassen wäre. Ich muss hier weg!!! Wer bitte würde hier in einen Pool steigen???????

Ich will an den Strand und dort schlafen – frische Luft und Sternenhimmel, das erscheint mir im Augenblick sehr reizvoll. (Allerdings haben wir keinerlei entsprechende Ausrüstung dabei und die Nächte sind durchaus kühl und feucht. Wäre vielleicht eine ungemütliche Nacht…….aber besser als Bate’s Motel!)

Glücklicherweise haben wir aber dann doch noch direkt beim nächsten Motel Glück und bekommen das letzte Zimmer (es findet anscheinend  irgendeine Veranstaltung in der Stadt statt, daher ist alles voll. Aha, danke!). Auch nicht gerade Fünf Sterne, aber doch immerhin sauber und ordentlich mit einem vernünftigen Badezimmer und einer Kochnische. Ich geh erstmal Tee kochen. Obwohl ein ordentlicher Gin Tonic wäre mir jetzt lieber! Was manche so unter Gastfreundschaft verstehen….unglaublich! Die Hotelfachfrau in mir kann sich gar nicht mehr beruhigen…..

Am nächsten Morgen fahren wir erst einmal an den Strand um nachen ein schönen, gepflegten Strandspaziergang. Diese ganze im Auto Sitzerei macht einen ja auch fertig! Aber heute lassen wir es ein bisschen ruhiger angehen. Wir fahren immer weiter nach Süden direkt an der Küste entlang, machen einen Stopp in Forster und einen weiteren in Nelson Bay. Hier ist es recht hübsch und wir bummeln am Hafen entlang, schlecken ein Eis und freuen uns an dem schönen, warmen Tag. Es reicht sogar für einen kleinen Mittagsschlag unter einem Baum während meine beiden Mitreisenden sich am Strand in die Sonne legen.

Unser heutiges Domizil heisst „Art Shack“ (Kunsthütte) und stellt sich bei unserer Ankunft als echter Missgriff heraus. Oh May!! Das Haus liegt direkt am Highway aber etwas zurück versetzt, was ok ist. Wir werden hereingewunken und es wird uns ein Parkplatz im Garten vor em Haus zugewiesen, wo schon mehrere andere Autos stehen. Ich versuche keines der vielen freilaufenden Hühner zu überfahren und parke. Sofort wird hektisch gewinkt, ich soll noch weiter vor fahren, und noch weiter. Letztendlich stehe ich quasi auf dem Misthaufen. Alle Hühner leben noch. Wir werden freundlich und fast stürmisch begrüsst und die Gastgeberin lässt einen Wortschwall ohne Punkt und Komma auf uns los. Glücklicherweise ist mein Englisch inzwischen schon so gut geworden, dass ich einigermassen mithalten kann. Wir gehen über die Veranda, auf der mehrere Personen sitzen und stehen und Bier trinken. Freundliches Hallo rundherum. Das Haus ist ein Saustall. Vollgestopft, dreckig, messiemässig irgendwie. Wir bekommen erklärt, dass wir uns die Dusche mit der fünfköpfigen Familie teilen müssen (spontan beschliessen wir, heute auf die Dusche zu verzichten) aber wir haben unsere eigene Toilette, um’s Haus herum in der Waschküche. What???? Es gibt dann noch eine grosse überdachte Terrasse mit einem langen Tisch und Bänken. Das ist der „Community Room“ (Gemeinschaftsraum), denn auf das Gemeinsame käme es ja an. Leider hätten sie heute keine Zeit für uns, weil die Familie aus Sydney zu Besuch sei, mit denen sie heute abend ein Barbecue machen würden und dann zum Fischen gehen. Aber wir dürften alles benutzen, was in den Regalen stehe. Folgsam schauen wir, was die Regale uns zu bieten haben und finden Plastikteller, Besteck und Becher. Leider hat sich wohl schon vor längerer Zeit dort eine Spinnenfamilie niedergelassen. Stolz präsentiert sie uns noch den Grill, den wir dann benutzen dürfen. Wir haben in unserer Gruppe einen Berufskoch, dem sich beim Anblick des Grills alle Haare aufstellen. Als Krönung der Hausführung wird uns das hauseigene Spa (so heisst hier ein Whirlpool) angepriesen – wir dürften es gerne benutzen! In mir zuckt ein hysterisches Lachen, unser Koch ist immer noch schockerstarrt und die Dritte im Bunde ist sehr still und sehr blass. Nun kommen wir in unser Zimmer. Dieses ist in einer gemütlichen Doppelgarage mit Metallrolltor untergebracht. Es stehen ein Doppel- und zwei Einzelbetten drin und jede Menge Flohmarkt-Altmöbel. Es wurde versucht, mit selbstgemalten Bildern, Rüschchen und Schleifchen eine Art Atmosphäre zu schaffen, doch leider ist dieser Versuch komplett und absolut kläglich gescheitert. Diese Ansammlung von Kitsch bringt mich gleich wieder an den Rand eines hysterischen Kicherns. Auf einem Tischchen stehen Tee, Instantkaffee, Haferflocken, Cornflakes und Zucker und im Kühlschrank steht ein Schälchen mit Obst und ein bisschen Milch und Marmelade. Alles für uns. Meinen beiden buddies dreht sich gerade der Magen um, ich kann es hören…..

Wir lassen unsere Rucksäcke fallen, schauen uns ungläubig um und überlegen uns ernsthaft, ob wir nicht einfach gleich bis Sydney durchfahren sollen. Aber es ist schon Abend, wir sind müde und hungrig und das „Apartement“ ist bereits im Voraus bezahlt worden. Und es ist nur eine Nacht. Und unser Zimmer ist ziemlich sauber, so für die hiesigen Verhältnisse. Was wohl bei Nacht so alles unter den nicht ganz geschlossenen Rolltoren durchkommt??
Mutig beschliessen wir zu bleiben und uns um unser Abendessen zu kümmern. In unserem Grill ist das Gas leer stellen wir gleich mal als Erstes fest. Unsere Gastgeberin wird hektisch, denn schliesslich hat sie selber Gäste und ist gerade am Kochen. Ob wir wohl selber kurz zur Tankstelle fahren könnten……? Na gut, also zwei von uns fahren zu Tankstelle um Gas zu kaufen und Alkohol im angeschlossenen bottleshop (den brauchen wir heute wirklich!) 😉 Bei unserser Rückkehr finden wir einen frisch geputzten Grill vor (das hat unser Koch gemacht, nicht die Gastgeber!) und so öffnen wir eine Flasche Wein, fangen an unser Gemüse zu schnippeln und versuchen, das Ganze mit Humor zu nehmen. Es wird erstaunlicherweise doch noch ein ganz netter Abend, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass unsere Gastgeber beschäftigt sind und uns in Ruhe lassen.

Die im Community Room ausgestellte „Kunst“, die auch unser „Schlafzimmer“ dekoratorisch aufwertet, sowie die Malunensilien und Bastelsachen, die in den Regalen liegen lasse ich jetzt freundlicherweise einfach mal unkommentiert. Ich denke, du kannst dir auch so schon ein Bild machen.

Wir sind gerade am ins Bett gehen, da kommt unter dem Rolltor ganz vorsichtig ein kleines weisses Tierchen durch. Ein spitzer Schrei verscheucht das Tierchen zunächst, aber dann kommt es hartnäckig wieder. Nachdem der erste Schreck vorbei ist schauen wir genauer hin und identifizieren das Tierchen als…..Katzenpfote. Nach einigem Geschiebe und Gekratze hat sich das Tier tatsächlich durch den nur wenige Zentimeter hohen Spalt gequetscht, spaziert nun hoch erhobenen Hauptes einmal durch unser Zimmer und bleibt dann abwartend an der Tür stehen, die von hier in die Küche der Gastgeber führt. Da können wir dann wohl auch in der Nacht mit ungebetenem Besuch rechnen……

Am nächsten Morgen frühstücken wir ruck zuck (selbstverständlich ohne das „Art Shack gratis Frühstück“ auch nur eines Blickes zu würdigen und sind ebensoschnell weg von diesem schrägen Gehöft. Es ist schon erstaunlich, wie manche Menschen leben. Und obwohl ich ja in Tasmanien schon eine ähnliche Erfahrung bis zur Neige auskosten durfte muss ich sagen, ich bin immer noch geschockt von solchen , na sagen wir mal Zuständen. Wir fahren noch einmal an die Küste und gehen spazieren bevor wir uns auf den Weg in die grosse Stadt machen. Sydney, wir kommen!

Bis zur Stadt ist es einfach zu finden und von da aus versuchen wir mit maps zu fahren, was sich einigermassen schwierig darstellt, da Uschi (zur Erinnerung, das ist unser maps GPS) immer wieder das Signal verliert und dann plötzlich völlig unsinnige Ansagen macht. Irgendwann finden wir dann aber unsere Adresse, die allerdings nicht unsere Adresse ist! Irgendwie war die Verknüpfung falsch eingestellt oder was auch immer, auf jeden Fall sind wir an der falschen Adresse. Manuell eingegeben zeigt sich schnell, dass wir ein weiteres Mal quer durch die Stadt müssen. Unser wundervoller Siebensitzer ist hier in der Stadt gar nicht so wundervoll. Wir finden auch zu der zweiten Adresse hin, was mich persönlich glücklich und erleichtert aufatmen lässt, holen unseren Schlüssel ab und beziehen unser Domizil. Obwohl das auf der website echt toll ausgesehen hat und auch nicht garnz billig ist sind wir sehr enttäuscht. Und dann sehen wir die Mitbewohner! Jede Menge kleine Kakerlaken……uuuhhhhh – Grenzwertig, sehr grenzwertig!! Sofort kontaktiere ich den Vermieter und bitte um Lösung des Problems. Er bietet an am Montag einen Kammerjäger zu schicken. äh, wie jetzt? Und heute nach sollen wir mit diesen ganzen Viechern schlafen? (Es sind echt viele und sie sind überall!) Und dann nach dem Kammerjäger sollen wir in dem begasten Zimmer schlafen?? Nee, nee, das passt für uns nicht. Er stellt auf stur und wir ziehen aus. Mist! Natürlich ist das Apartement im Voraus bezahlt und jetzt muss ich ein Fass aufmachen, um mein Geld wiederzukriegen. Genau das, was man im Urlaub so braucht! Egal, wir krümeln uns in ein Wifi Café und versuchen von jetzt auf gleich eine bezahlbare Unterkunft in Sydney zu kriegen. Glücklicherweise finden wir etwas und kurven also erneut los und durch die Stadt. Schon nach kurzer Zeit verabschiedet sich mein Telefon und damit Uschi und die einzige Karte, die wir haben. Jetzt liegt es an mir, mich einigermassen zu erinnern und nach eineigem Hin und Her finden wir unser heutiges Domizil. Ganz ehrlich – ich bin ziemlich am Ende! Ich bin jetzt über vier Stunden in Sydney Innenstadt herumgefahren mit diesem Riesenschiff von einem Auto, im Linksverkehr und oft auch zwei- oder sogar dreispurig. (Insgesamt gab es auf unseren ganzen Fahrten durch Australien eine einzige kritische Situation, nämlich als wir neben einem grossen Truck über eine Brücke fahren mussten. Erst sah es so aus, als wäre da genug Platz, aber der Truck kam mir irgendwie immer näher und dann wurde es mir doch zu eng und ich stieg hart auf die Bremse.)

Unsere Gastgeber sind sehr sehr nett, wohnen mit in der Wohnung und wir bekommen das im Moment ungenutzte Kinderzimmer. Na ja, nicht ganz was wir uns vorgestellt haben, aber es ist mittlerweile zehn Uhr abends, wir wollen nur noch was essen, duchen und ins Bett. Fertig mit der Welt.

 

Ein Gedanke zu „Brisbane und dann in Richtung Süden“

  1. Danke schön, mein Lieber! Es erfüllt mich mit grosser Freude, dass du hier so fleissig und enthusiastisch mitmachst! Danke

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