Byron Bay – weltberühmter Surferspot

Wenn man jemandem erzählt, dass man nach Australien reist, dann bekommt man meinstens grosse Augen und einen runden O-Mund zu sehen und ein paar Fragen zu hören, Eine dieser Fragen ist „gehst du auch nach Byron Bay?“ Hier die Antwort an alle, die mich das gefragt haben: Ja, ich gehe auch nach Byron Bay! 😉

IMG_20161128_115425Allerdings quartiere ich mich ein bisschen ausserhalb ein, denn Menschenmengen liegen mir nicht so. Ich finde also ein kuscheliges Zimmer in Ocean Shores und da ziehe ich mich erstmal gepflegt für eine Weile zurück. Ich will weder mit meinen Wirtsleuten, noch mit sonst jemandem gross was zu tun haben sondern für mich sein, am Strand spazieren gehen, ein bisschen lesen, ausruhen, nichts tun.

Doch, ich gehe mit auf den Farmer’s Markt und kaufe mir schönes Ökogemüse und Bioobst und freu mich riesig, in der Küche zu stehen und mir meinen Salat zusammenzuschnippeln. Diese Farmer Märkte finden in praktisch allen Dörfern statt und unterscheiden sich ein bisschen von unseren Märkten.

1480072496515Natürlich gibt es verschiedene Stände, die ihre Waren anbieten, aber ausserdem gibt es immer noch ein paar Künstler, die ihre Werke ausstellen und verkaufen. Da gibt es manchmal Yogaleute, die eine gemeinsame Stunde anbieten und es gibt immer irgendwelche einheimischen Musiker, die Musik machen. Meist ist das Countrymusik – ohne Witz, die Leute laufen rum mit ihren Cowboyhüten auf dem Kopf, Kinder toben überall herum und dann stehen da zwei Old Boys mit grauem Vollbart und abgetragenen Jeans und machen Countrymusik. Du glaubst, du bist direkt in einem Film.

Hier in Ocean Shores erwarte ich nicht viel, denn der Ort ist klein und wir sind schon um halb acht Uhr morgens dort. Doch weit gefehlt! Der Parkplatz ist voll und zwischen den Ständen tummeln sich Ökos, Alternative, Rocker, Cowboys, Hippies und ein paar wenige ganz normal aussehene Leute. Du kannst es dir denken – ich fühl mich pudelwohl! Es gibt frische Erdbeeren, Heidelbeeren, Melonen und sogar einen Stand mit richtigem Brot (die Australier haben hier nur weiches Brot, zwar in x verschiedenen Varianten, aber alles ist weich. Und ziemlich weiss. Brrr…….) und alles was mein Kaninchengeschmack sich nur wünschen kann! Herrlich!!

IMG_20161130_131222Einen Tag mache ich einen Ausflug ins benachbarte Brunswick Falls. Das ist mal ein reizendes Städtchen! Zum einen gibts da eine erstklassige Beach und wieder einmal bedaure ich es sehr, dass das Wasser so kalt ist und dann gibt es da den grossen Fluss der hier ins Meer mündet. An den Ufern haben sich ausgedehnte Mangroven gebildet. Man kannIMG_20161128_143216 hier ganz gemütlich entlang spazieren, den Schmetterlingen zuschauen und sich des Lebens freuen. Im Dorf selber sind einige sehr hübsche Cafés entstanden, die mit feinem Kaffee und gesundem Essen eine ganze Menge Leute anlocken. In den Geschäften gibt es Surferzeug, Beach- und Hippieklamotten, ausserdem einen Anglerladen, einen Healthfood-Shop…..na ja, was man halt so braucht. Die Atmosphäre ist wundervoll entspannt, überall siehst du Leute, die sich treffen und dann einfach stehen bleiben und ein Schwätzchen halten. Und natürlich laufen überall autralische Boys herum mit langen, blonden Haaren und muskulösen Beinen, Sonnenbrille auf der Nase und Surfbrett unter dem Arm. Ein paar hübsche Surferinnen gibt es auch! 😉

Und dann gehts weiter nach Byron Bay. Es ist hier gerade mal der Himmelhund los! Die sogenannten „Schoolies“ hebeln die Normalität aus. Hier an der Ostküste ist es üblich, dass die Kids, die die Highschool abgeschlossen haben eine fette Sause machen. Also ein bisschen so, wie wenn die deutschen Abiturienten an den Ballermann fahren. Tja, und so ist es denn dann auch – voll, laut, lustig für die Beteiligten und einträglich für die Geschäftsleute.

Der Strand ist schön, aber nicht der beste, den ich gesehen habe. Allerdings gibt es in und um Byron Bay sieben (!!) Topsurfspots in unmittelbarer Nähe, das heisst, egal wie das Wetter ist und woher der Wind weht, hier kannst du surfen. Da ich nicht surfe ist mir das allerdings wurscht und die Schoolies werden mir schon bald zuviel. IMG_20161130_105245Daher beschliesse ich einen schönen langen Spaziergang zum Leuchtturm zu machen. Der Weg geht immer an der Küste entlang und ist wunderschön! Als ich einmal an einem Schild stehen bleibe, das erklärt wie die Aborigines hier früher gelebt haben läuft mir doch glatt eine rund 40 cm lange Echse über die Füsse! Ups…..

Und dann sehe ich zum allerersten Mal Delphine!!! Eine kleine Gruppe von vielleicht acht Tieren spielt nur ein paar hundert Meter vor der Küste. Von meinem erhöhten Weg aus kann ich sie gut sehen  und könnte glatt losheulen, so sehr freu ich mich! Ich steh und schau und freu mich bis sie ausserhalb meines Blickfeldes sind. Sooo schön!!!!! 😀 😀 😀

DSCN5616Weiter geht’s zum Leutchtturm und bis ganz oben hinauf. Es wird sogar eine kleine Tour angeboten; eine Dame erzählt in vielen Einzelheiten und sehr lustig und engagiert, wie das Leben für die Leuchtturmwächter in den alten Tagen war und welche Besonderheiten der Turm hat.

IMG_20161130_124309Beispielsweise die original Linse, die aus knapp 800 geschliffenen Glasprismen besteht und sich auch tagsüber dreht, da die Sonne sonst ruckzuck alles in Flammen setzen würde. Ein beeindruckendes Beispiel von Ingenieurs- und Handwerskunst vom Beginn des 19. Jahrhundert.

 

Hier stehe ich also am östlichsten Punkt des australischen Festlandes und schaue hinunter ins Meer. Die Wellen schlagen heftig an die Felsen und doch ist das Wasser so klar, dass ich von hier oben trotzdem noch grosse Fische und Schildkröten sehen kann!! Das ist doch unglaublich, oder? Der Turm ist vielleicht 30m hoch und die Küste sicher noch einmal genauso hoch oder noch mehr und dann die Meerestiefe noch dazu……faszinierend!

Von hier oben ist auch recht gut zu erkennen, dass ich auf dem äussersten Rand eines eingestürzten Vulkans stehe. Der Krater zieht sich von Cape Byron kreisrund bis zum Mount Warning. Ist allerdings schon ein paar hunderttausend oder millionen Jahre her…

Dann heisst es schon wieder einpacken und morgen früh geht es dann weiter zum Mount Warning…….

 

 

2 Gedanken zu „Byron Bay – weltberühmter Surferspot“

  1. Liebe Nicole,
    danke fürs Teilhaben lassen an deiner so interessanten Reise und ein ganz großes Kompliment für deinen Schreibstil, der für mich eine tolle Mischung zwischen persönlich und dokumentierend ist. So, jetzt geh ich nach Google Earth und schau mir dort an, wo du grade deine Ausflüge machst …
    Liebe Grüße, Werner

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