Neuseeland – die Nordinsel

Jetzt sind wir also in Sydney! Unser Zimmer ist zwar klein aber die Lage ist super. Wir brauchen nur fünf Minuten laufen und sind an der „Central Station“, haben somit Metro, Bahn und Bus zur Auswahl. Das Wetter ist gut und die Sonne scheint – einem erfolgreichen Stadtbummel steht also nichts im Wege.

Natürlich fahren wir als ordentliche Touristen als allererstes zur Oper und machen unsere obligatorischen Fotos von dieser Sehenswürdigkeit. Dann schauen wir uns die Harbour Bridge an, das Custom House mit der im Glasboden eingelassenen Miniatur der Stadt und natürlich das Queen Vistoria Building. Am späten Nachmittag fahren wir mit dem Boot nach Manly hinaus, spazieren ein bisschen in dieser hübschen kleinen Stadt herum und nehmen dann das Boot zurück um den Sonnenuntergang hinter den Stadt bewundern zu können. Das ist soo schön!!! Ein toller Abschluss für einen tollen Tag.

Am nächsten Morgen verschwinden meine beiden Freunde in Richtung der berühmten Bondi Beach. Ich war dort ja
schon bei meinem ersten Besuch in der Stadt und muss da kein zweites Mal hin. Ich nutze daher die Zeit und kümmere mich um Organisatorisches wie Geld wiederkriegen vom Kakerlakenapartement, Flüge und Unterkünfte raussuchen und buchen – so was alles will ja schliesslich auch gemacht werden. Am Nachmittag treffen wir dann wieder zusammen und spazieren noch ein wenig durch die Stadt und im Botanischen Garten herum. Es braut sich ein ziemlicher Sturm zusammen, aber wir schaffen es gerade noch nach Hause ohne richtig nass zu werden. Den Abend verbringen wir mit unseren Gastgeben und gemütlich zu Hause, denn morgen früh müssen wir schon ganz früh raus und an den Flughafen.

Kaum zu glauben, aber meine ersten drei Monate sind schon um! Wo ist nur die Zeit geblieben? 😉
Jetzt wird ein neues Kapitel aufgeschlagen: Neuseeland!
Ich wollte einfach schon immer irgendwie nach Neuseeland, keine Ahnung warum, und jetzt bin ich sehr gespannt auf dieses Land. Ich habe keine Ahnung, was mich erwartet, denn ich habe diese ganze Reise nicht vorbereitet. Keine Reiseführer, keine Internetrescherche, nichts. Ich erkundige mich ausschliesslich vor Ort in den Informationsbüros, bei den Einheimischen oder auch anderen Reisenden. Das führt natürlich dazu, dass ich manchmal ein bisschen überfordert bin, uninformiert und vielleicht sogar ab und zu eine Sehenswürdigkeit verpasse (kleine Übung zum Umgang mit Kontrolle!) 😉 Die Spannung ist also entsprechend hoch. Obwohl meine Freunde natürlich schon ihre Reiseführer gewälzt haben und wälzen…..

Jetzt also los zum Flughafen und ab nach Auckland. Die Schlange am Check-in Schalter ist bereits ziemlich lang und etwas lustlos reihen wir uns ein. Hmm, Menschenmassen am frühen Morgen (es ist so halb sieben oder so)……und es geht mal gar nichts vorwärts. Da sitzen zwar Mitarbeiten an den Schaltern, aber es wird niemand eingecheckt. Nach einer gefühlten Eeeewigkeit kommt die Info, dass der Flug gestrichen wurde. Was? Wie jetzt? Es dauert relativ lange bis wir im herrschenden Unmuts-Chaos nährere Infos bekommen. Zwei von uns könnten noch fliegen, aber einer müsste morgen nachkommen oder wir fliegen alle drei morgen. Die sehr freundliche von Quantas ausgeliehene Mitarbeiterin freut sich geradezu als wir die morgen zusammen fliegen Variante wählen. Wir bekommen jeder einen Flughafen-Futtergutschein über 25$ und ein Hotelzimmer. Wir tauschen unsere Vouchers gegen Rotwein ein (eigentlich geht das nicht, aber wir belatschert¡n den Restaurantchef solange bis er den Wein rausrückt, den wir blitzschnell in unseren Taschen verschwinden lassen) und lassen uns vom shuttle zu unserem Hotel bringen. Wir bekommen Mittag- und Abendessen, sowie Frühstück am nächsten Morgen aber natürlich ist der Tag trotzdem irgendwie verschwendet. Was soll man auch am Flughafen machen? Und das Wetter ist immer noch schlecht. Aber, ganz ehrlich, ein Ruhetag tut uns allen gut und am nächsten Morgen müssen wir wieder ganz früh an den Flughafen.

Dort bekommen wir gleich das nächste Brett serviert. Nur ich bin auf den angegebenen Flug gebucht, meine beiden Freunde werden überhaupt auf keiner Liste mehr geführt. Ein ewiges Hin- und Her geht los und es zerrt gehörig an unseren Nerven, zumal der Abflugmoment immer näher rückt. Irgendwie kriegen sie es hin, uns alle auf die gleiche Maschine zu buchen und wir rasen los zur Sicherheitskontrolle. Hier werden wir, bzw. ich prompt ein weiteres Mal ausgebremst als die Maschine meinen Pass nicht liest und ich von Hand geprüft werden muss. Hach, ist das alles aufregend! Wir rennen jetzt durch den Flughafen und kommen um 9.01h an unserem gate an. Abflug war um 8.55h aber das gate scheint noch offen zu sein. Der Steward láchelt uns breit entgegen und beruhigt uns, das boarding hat noch gar nicht angefangen – Verspätung! Was ein Glück.
Als wir dann endlich im Flieger sitzen und tatsächlich abheben bin ich richtig erleichtert.

Bei unserer Ankunft in Auckland scheint die Sonne und es ist richtig schön warm. Ich persönlich habe die Nase gestrichen voll von Stadt und allem, was dazu gehört. Daher beschliessen wir, direkt zur Coromandel Halbinsel zu fahren. Und die begeistert uns gleich mal so richtig. Eine kurvenreiche Küstenstrasse beschert uns wundervolle Ausblicke über das Wasser, das in ganz verschiedenen Blau- und Grüntönen schimmert. Hast du schon mal grünes Meer gesehen? Also nicht türkis, sondern richtig grün; das sieht toll aus und geheimnisvoll irgendwie. Die Strasse schlängelt sich immer weiter an der Küste entlang und dann geht es irgendwann hügelan. Eigentlich müssten wir hinter jeder zweiten Kurve stehen bleiben, um die bereits wieder veränderte Aussicht zu geniessen. Die berühmten neuseeländischen langen weissen Wolken geben dem ganzen einen exotischen Touch. Die Hügel sind irgendwie „gestreift“, also es sind da so eine Art Querrillen überall in diesem ganzen grasigen Grün. Mehrere Wochen später erfahre ich, dass diese Rillen von den Schafen gemacht werden. Schafe als Landschafts-Bildhauer. 😉

Das Stádtchen Coromandel ist hübsch, wir bekommen leckeren Kaffee und meine Freunde kaufen schon gleich die ersten Souvenirs ein. Ganz plötzlich steht da eine Grossfamilie vor einem Laden und fängt an zu singen – Moarigesänge. Fremd und geheimnisvoll hört sich das an, Strassenperformance der etwas anderen Art – wenn mich doch bloss das Ganze nicht so an die Kelly Familie erinnern würde………

Wir fahren weiter und nach bekannter und guter Manier halten wir immer wieder an, machen kleine Spaziergänge, Fotostops und schauen auch mal den ein oder anderen Ort an. In Whitiane wollen wir dann übernachten und bekommen in der Touristeninfo einen tollen Tip für eine cabin am Fluss. Tatsächlich bekommen wir das letzte Häuschen mit einem kleinen Picknickplatz direkt vor der Tür in der Sonne. Wir packen unseren Krempel aus und geniessen ein leckeres Abendessen bevor wir uns aufmachen, den Fluss zu erkunden. Wunderschön in der Abendstimmung! Willkommen in Neuseeland 😀

Am nächsten Morgen wandern wir zu einem kleinen Wasserfall in der Nähe und kehren auf einem anderen Weg auch noch einmal zum Fluss zurück.
Es blühen ganz viele wunderschöne rote Blumen am Wegrand …. ich könnte hier jetzt gerade mal den Tag verbummeln. Aber schliesslich haben wir ja nicht alle Zeit der Welt (grosser Unterschied, ob man im Urlaub ist oder eine Langzeitreise macht!) und so verabschieden wir uns schliesslich vom Fluss und machen uns auf den Weg zur „Hot Water Beach“.

Es gibt hier eine heisse Quelle, die an zwei Stellen am Strand an die Oberfläche kommt. Bei Flut befinden sich die Stellen unter Wasser, aber bei Ebbe kann man sich einen kleinen Pool in den Sand schaufeln und hat dann quasi einen privaten heissen Pool am Strand. Hört sich cool an, also packen wir einen Spaten ein und starten los zum Strand. Natürlich ist diese Naturattraktion eine Sehenswürdigkeit der Gegend und jedem Touristen wird gesagt, dass man das gesehen haben muss. Wir rechnen also schon mit einem grösseren Andrang. , was sich uns allerdings bietet ist jenseits von allem……. hunderte von Menschen drängeln sich am Strand und buddeln wie die Bekloppten Löcher in den Sand, die sich anschlies- send langsam mit heissem Wasser füllen. Man kann natürlich nicht zu nah an die Quellen kommen, da das Wasser irgendwie mit 80 Grad oder so rauskommt. Aber zu weit weg kann man auch nicht sein, denn sonst drückt das kalte Meerwasser herein. Hunderte von buddelnden, schwitzenden, lauten Menschen – sorry, Leute, aber ohne mich. Wir bremsen kurz ab und geniessen das warme Wasser und den warmen Sand an unseren Füssen, bestaunen die Aktivitäten der ganzen Leute und verlassen schnellstens diesen Strand.

Unsere Fahrt führt uns nun nach Hanai und dem „Cathedral Rock“ (du merkst schon – die Reiseführer waren heute mit von der Partie) ;-). Auch hier jede Menge Besucher, aber nicht so übervoll wie am heissen Strand. Wir beschliessen zum Cathedral Rock zu laufen und ich setze mich mal für zwei Stunden ab – irgendwie hab ich noch ein bisschen Anpassungsschwierigkeiten an die hiesige Energie. Alles ist wirklich wunderschön, aber in mir brodelt es und ich fühle mich nicht im Gleichgewicht. Was mir dann immer guttut ist Bewegung in der Natur. Also lasse ich die beiden gemütlich bummeln und ich lege einen strammen Schritt zu. Es ist zwar nicht ganz ein bushwalk, aber doch ein schöner langer Spaziergang an der Küste entlang mit tollen Aussichten, kleinen Buchten und Stränden und dann zu guter Letzt der Cahtedral Rock, ein Kalksteinfelsen im Meer. Wie erwartet geht es mir jetzt nach dem Laufen viel besser und nachdem wir noch ein wenig eingekauft haben machen wir uns auf den Rückweg zu unserer cabin am Fluss.

Am nächsten Morgen führt uns unser Weg in ein kleines Städtchen namens Waihi Beach. Hier machen wir einen wunderschönen, ausgedehnten Spaziergang am Strand und finden Unmengen von ganz flachen silbernen, weissen und schwarzen Muscheln. Sie sehen aus wie kleine Schmuckstücke und wir sammeln und sammeln und können kaum damit aufhören. Schweren Herzens reissen wir uns schliesslich los, essen noch eine Kleinigkeit zu Mittag und fahren dann weiter nach Tauranga und Mount Manganui (ich bitte diese unmöglichen Namen zu entschuldigen! Ich hab da auch meine Schwierigkeiten, aber die Maorisprache geht eben so). Diese Gegend wurde uns mehrfach empfohlen, aber was wir von der Strasse aus sehen gefällt uns irgendwie nicht so gut und ausserdem ist Tauranga eine ziemlich grosse Stadt, was uns auch ein bisschen abschreckt. Wir fahren also noch ein wenig weiter bis in ein kleines Küstenstädtchen mit dem Namen Papanou Beach, wo wir eine cabin ganz in der Nähe des Strandes finden. Wir machen einen richtigen Strandtag heute mit spazieren am Strand, baden gehen, sonnenbaden und schliesslich lecker Abendessen Picknick am Strand. Das liebe ich ja besonders! Der Tag verabschiedet sich langsam, du sitzt im Sand und schaust zu wie sich die Farben des Meeres verändern, das Glitzern schliesslich erlischt und die Nacht alle Farben aufsaugt bis nur noch Schwärze übrig bleibt. Zum guten Abschluss dieses Tages, und weil es gegen Ende am Strand doch recht kühl wurde, setzen wir uns in den 40 Grad warmen grossen Salzwasser Hot Pool in unserer Anlage. Ich schlafe wie ein Baby in dieser Nacht!

Auf der Weiterfahrt nach Süden kommen wir an einem See vorbei und sehen unser erstes Maori – Meetinghaus. Wie du vielleicht schon aufgrund der ungewöhnlichen Ortsnamen festgestellt hast ist die Maorikultur in Neuseeland deutlich präsenter als die entsprechende Aborigenekultur in Australien. Doch noch haben wir keine Ahnung davon sondern schauen uns einfach nur die Schnitzereien und fremdländischen Formen und Farben an.

Kaum einmal um die Kurve gefahren steht ein Wasserfall angeschrieben und kurzentschlossen biegen wir ab, um nach einem kurzen bushwalk vor einem wirklich hübschen kleinen Wasserfall zu stehen. In mehreren Kaskaden stürzt das Wasser tosend über die Felsen und feine Gischt stäubt in die Luft, rundherum viel Grün und die Sonne scheint – was will man mehr?!

Schon kurz darauf kommen wir bereits in Rotorua an. Wir checken in einem Hostel ein und machen uns daran, herauszufinden, was es hier zu tun gibt. Das touristische Angebot erschlägt uns fast: vom Rundflug über den See über geführte Wanderungen, kulturellen Shows, Museen, Rafting, Mountainbiketouren, Abseiling, Bungee jumping bis hin zum Knochenschnitzen kann man hier aber auch alles machen. Wir buchen für den kommenden Tag einen Besuch im Maoridorf mit Führung, kulureller Show und Besuch eines Geysirs. Wir erhoffen uns ein bisschen etwas über die einheimische Kultur zu erfahren. Heute schauen wir uns die Stadt etwas an und spazieren ein wenig am See entlang, aber es ist kühl und windig hier und der See hat eine dunkelbraune Farbe und ist irgendwie nicht so richtig schön. Deshalb beschliessen wir, noch zu den beiden kleineren Seen in der Nähe zu fahren. Wieder (wie in Mount Gambier) liegen hier zwei Seen ganz nah beieinander, wobei der eine knallblau und der andere grün ist, nur getrennt durch einen schmalen Landstreifen. Leider steht die Sonne bei unserer Ankunft schon ganz tief, sodass die abendlichen Schatten die Farben bereits verblassen liessen und wir nur noch zwei ganz normale Seen vorfinden. Trotzdem bleiben wir und setzen uns ans Seeufer zu einem Picknick.

In dieser Nacht schlafe ich ganz schlecht. Plötzlich stinkt es nämlich nach Schwefel, dass es einem grad schlecht wird! Klar, wir sind hier auf einem Gebiet mit starker geomantischer Aktivität, sprich aktive Vulkantätigkeit. Tagsüber hat man davon nichts gemerkt aber jetzt in der Nacht stinkt es so stark, dass ich davon mehrmals aufwache und kaum mehr einschlafen kann. Am nächsten Morgen fühle ich mich natürlich wie gerädert und habe Kopfschmerzen. Obwohl wir eigentlich zwei Nächte hier bleiben wollten, bitte ich meine Reisebuddies doch darum, weiterzufahren, was auch kein Problem ist. Aber erst besuchen wir das Maoridorf! Das ist schnell gefunden und wir betreten das Dorf durch einen Bogen und über eine Brücke. In dem Fluss unter der Brücke schwimmen junge Burschen im sicher kalten Wasser und wollen, dass wir Münzen hinunterwerfen. Sie tauchen die Münzen von Grund herauf, beissen darauf und bewahren sie dann im Mund auf bis sie wieder an Land kommen. Anscheinend geht diese seltsame Sitte schon zurück auf die ersten Siedlerzeiten…..

Unsere Führung durch das Dorf geht gleich los und wir werden von einer jungen Maoridame mit einem freundlichen „Kia ora“ begrüsst. Sie erzählt uns, dass die Maori die häuslichen Arbeiten alle in Gemeinschaft verrichten, das heisst die Frauen treffen sich zum gemeinsamen Kochen. Hier treffen sie sich an einem natürlichen Ofen, wo so viel Hitze aus dem Boden kommt dass ein ganzes Hühnchen in weniger als einer Stunde gegart ist. Direkt nebenan ist ein kleiner Kraterpool, mit kochen heissem Wasser gefüllt, wo Kartoffeln, Gemüse und Eier gekocht werden. Überall brodelt und brubbelt es, heisser Dampf steigt auf und natürlich riecht es stark nach Hölle! 😉

Als nächstes kommt die Badelandschaft. Steinerne Becken, durch ein einfaches Kanalsystem miteinander verbunden dienen als Sitzbadewannen. Allerdings könnte sich kein Europäer da rein setzen, da das Wasser viel zu heiss ist. Der Spruch „als Kind zu heiss gebadet“ bekommt hier eine buchstäbliche Bedeutung! 😉
Am grossen Versammlungshaus wird uns erklärt, dass der oberste Kopf die Vorfahren symbolisiert, die Giebelleisten die Arme, und die Deckenbalken quasi die Rippen darstellen. Überall sieht man diese typischen Fratzengesichter mit den herausgesteckten Zungen. Es wird uns erklärt, dass hier vor dem Versammlungshaus Fremde empfangen wurden und auch Maoris aus anderen Sippen – es wurde oft über Krieg oder Frieden entschieden. Auch andere Stammesangelegenheiten wie Hochzeiten oder auch Beerdigungen wurden hier zelebriert. Das Haus an sich dient sowohl kommunalen als auch religiösen Zwecken und wird bis zum heutigen Tag als solches benutzt, auch von den inzwischen ganz modern lebenden Maori. Wir werden weitergebeten zur Schow. In traditionellen Kostümen werden uns verschiedene Tänze und Lieder vorgeführt. Besonders die Kriegstänze der Männer muten sehr archaisch an! Die Männer springen wild herum, stossen Schreie aus und schlagen sich selbst mit Händen und Fäusten auf die Brust und die Oberschenkel, dass es nur so klatscht. Dazu reissen sie ihre Augen weit auf und strecken ihre Zungen heraus. Also ganz ehrlich, wenn man sich eine ganze Meute halbnackter Männer vorstellt die so auf einen zugestürmt kommen, da kann es einem schon Angst werden! Die Jahreszeiten- oder Liebestänze erinnern eher an die Hulatänze der pazifischen Inseln, von wo die neuseeländischen Maori ja ursprúnglich auch kommen. Obwohl das Ganze natürlich speziell für die Touristen aufgeführt wird ist es doch interessant.

Nach der Show haben wir noch genügend Zeit, um in den Läden zu stöbern und uns mit den Leute zu unterhalten. Wir treffen einen Tätowierer, der bereitwillig erklärt, was hinter der wichtigen, traditionellen Arbeit des Tätowierens steht, was er alles lernen musste und dass jedes Tatoo individuell entworfen wird, je nach dem welche Prioritäten und Werte der Mensch hat. Auch beim Jade- und Knochenschnitzer sind wir etwas länger und lassen uns die einzelnen Motive erklären. Die Arbeiten sind wunderschön aber auch sehr teuer. Die weissen Anhänger werden traditionell aus Walknochen gefertigt und die grünen aus neuseeländischer Jade (billige, chinesische Importware ist leider auch hier auf dem Vormarsch). Wir unterhalten uns eine Weile mit einem der Schnitzer über die Schwierigkeit, überlieferte Traditionen und modernes Leben unter einen Hut zu bekommen – es scheint eine Gratwanderung zu sein.

Anschliessend umrunden wir das gesamte Dorf noch und spazieren ein paar niedrige Hügel hinauf. Wir kommen an ganz verschiednen Blubberlöchern, Schlammgruben und heissen Teichen vorbei (es stinkt natürlich immer noch nach Schwefel = faulen Eiern. Bei mir löst das Kopfschmerzen und Brechreiz aus, bei meiner Freundin Appetit auf Eiersalat!!!!)
Und hier ist er! Der erste Geysir meines Lebens. Rund 20 Meter hoch schiesst die Wasserfontäne, weiss und fauchend und die Sonne glitzert in den Millionen Tröpfchen der Gischt, dass es aussieht als regnete es Diamanten. Das ist atemberaubend! Wir stehen lange und schauen diesem Naturschauspiel zu.

Rundum zufrieden machen wir uns am späten Nachmittag auf unsere Weiterfahrt. Da wir am nächsten Tag noch in den „Geothermalen Park“ wollen suchen wir uns eine Unterkunft in der Nähe dieses Vulkan-Parks. Also, das ist unsere Idee – leider stellt sich heraus, dass es hier kein Dorf und keine Stadt und auch keine Unterkünfte gibt. Zwischen Rotorua und Taupo (das ist die nächste Stadt) gibt es diesen Park, ein paar einsame Farmen, eine Milchfabrik, ein Fernfahrermotel und einen Campingplatz. Sonst nichts. Aber Taupo ist 50 km vom Park entfernt und so weit wollen wir dann doch nicht fahren und morgen früh wieder zurück. Also die Fernfahrerkneipe oder der Campingplatz?! Wir versuchen telefonisch unser Glück auf dem Campingplatz und tatsächlich können wir noch eine cabin ergattern. Wir finden den Platz auch ohne grosse Probleme, checken ein und wundern uns, dass wir gar keine Leute sehen. Ja, es sei heute ein bisschen ruhig bestätigt die kleine Chinesin, die den Laden schmeisst und sich gebärdet als sei sie auf Speed. Sie erzählt uns etwas von einem „hot
stream“ und einem „hot Pool“ und die Idee in einem heissen Fluss zu baden gefällt uns ausnehmend gut. (Allerdings ist ihre Aussprache generell schwierig und die Sprachgeschwindigkeit einem Maschinengewehr nicht unähnlich, daher sind wir nicht sicher, ob wir alles richtig verstanden haben!)

Auf diesem Campingplatz befindet sich, um ganz genau zu sein: niemand. Keiner da. Alles leer. Als wir unsere cabin aufschliessen merken wir auch warum! Die Betten sind kurz und so durchgelegen, dass wir uns sofort überlegen, auf dem Boden zu schlafen. Es ist heiss und stickig hier drin und der Kühlschrank ist ausgesteckt und zu – wie der mufft, kannst du dir vielleicht denken. Aber das Geschirr etc. ist sauber und die Bettwäsche scheint ebenfalls in Ordnung zu sein. Also packen wir unser Zeug in den grossen, leeren Kühlschrank der Gemeinschaftsküche (der ist kalt und sauber), unseren restlichen Krempel in die cabin und machen uns auf den Weg, den heissen Fluss zu suchen. (Was bleibt uns auch schon übrig? a) 30km zurück nach Rotorua b) weiter nach Taupo und dann morgen wieder 50km zurückfahren c) ins Fernfahrermotel gehen d) hier bleiben…….wir bleiben. Mutige, abenteuerlustige traveller, die wir sind hahaha).
Der „hot stream“ entpuppt sich als ein Bächlein, aber schön warm ist das Wasser auf jeden Fall. Am oberen Ende des Grundstücks befindet sich ein kleines Becken, das ist wohl der „hot pool“, denn direkt daneben befindet sich ein leerer, wasserloser normaler Pool und fristet ein kümmerliches Dasein. Am unteren Ende des Platzes finden wir einen weiteren kleinen Naturpool mit einem winzig kleinen Wasserfall unter den man sich aber setzen kann und so das heisse Wasser als Spa-Massage auf die Schultern prasseln lassen kann! Das ist jetzt mal megacool!! 😀 😀 😀 Finden leider auch die Mosquitos, die sich über uns als lecker Abendessen freuen. Übrigens konnten wir inzwischen drei Personen und einen Hund ausmachen, die mit uns zusammen diesen Platz bewohnen, der eigentlich richtig schön sein könnte mit den grossen Bäumen und den verschiednen cabins, die sich auf dem grossen Platz verteilen. Leider ist alles total heruntergekommen und ein bisschen vergammelt. Ausser unserer ist nur noch eine weitere cabon geputzt, alle anderen sind eingestaubt und offensichtlich schon länger nicht bewohnt worden. Schade eigentlich…..

Erstaunlicherweise können wir uns alle am nächsten Tag aus den durchgelegenen Betten erheben und haben sogar ganz gut geschlafen – hartgesottene traveller! 😉 Wir machen uns fröhlich auf um ins vulkanische Wunderland aufzubrechen, die berühmten Champagnerpools zu sehen und einen Geysir, der täglich um 10.15h einen Wasserstrahl in die Höhe schiesst.(?????) Wir sind pünktlich zur Stelle und der Geysir mit dem hochtrabenden Namen „Lady Constance Knox“ dampft ein wenig vor sich hin. Um zehn Uhr erscheint ein Maori und zieht eine Show ab, alle müssen auf Maori „Hallo“ sagen und so – ich fühle mich dabei immer wie drei und im Kasperltheater. Dann erzählt er lang und breit wann und wie der Geysir entdeckt wurde und warum er so heisst wie er heisst. Das zahlreiche Publikum wird schon unruhig, hauptsächlich weil er immer genau im Bild steht und du kein Foto machen kannst, ohne dass er mit drauf ist. Dann ist es irgendwann 10.12h und er kippt irgendwas in den Geysir oben hinein worauf dieser tatsächlich beginnt zu blubbern um dann ganz pünktlich eine Wasserfontäne nach oben zu schiessen. Damit wäre zumindest das Geheimnis der täglich gleichen Uhrzeit geklärt. Und ich bin ein bisschen unzufrieden, weil wir Menschen nicht mal einen Geysir einfach in Ruhe vor sich hinblubbern lassen können, sondern ihn beeinflussen müssen. Als der Geysir aufhört zu blubbern verlassen alle fluchtartig den Ort des Geschehens und fahren weiter ins „Geothermal Wonderland“, was auch unser Ziel ist. Wir warten ein wenig bis sich die meisten verzogen haben und schauen uns auf dem Weg noch die „Mud Pools“ an. Das sind blubbernde, dampfende, stinkende graue Schlammlöcher, die irgendwie eine ganz besondere Faszination auf uns ausüben.

Diese setzt sich dann auch im Wunderland fort. Vulkanische Tätigkeiten sind hier in ganz verschiedenen Formen zu erleben. Es gibt einfache Löcher im Boden aus denen Dampf und heisse Luft austritt, man sieht giftgelbe Schwefelablagerungen und mit Schlamm oder Wasser gefüllte Krater. Das Wasser kann dabei je nach Mineralien-gehalt völlig verschieden aussehen von milchig weiss über grün und blau bis hin zu einem phosphoreszieren- den Gelb. Auch die Ausblühungen und Ablagerungen sind oft bunt, gelb,gün, grau manchmal sogar pink. Es gibt kleine stinkende Teufelslöcher und grosse Ebenen, wobei die Champagnerpools und die angrenzende Ebene schon beeindruckend sind. Wir laufen fasziniert durch diese fremde Welt aus Felsen, Gestein, Dampf und Schwefelgeruch (meine Freundin hat schon wieder Hunger auf Eiersalat!) und können uns kaum satt sehen. Ich kannte in punto Vulkane bisher nur den Timanfaya Nationalpark auf Lanzarote, aber das hier ist völlig anders. Anscheinend gibt es verschiedene Vulkane, die die Landschaft auf völlig unterschiedliche Weise verändern. Ein wirklich spannender, lohnender Ausflug und wir bleiben bis wir auch wirklich alles gesehen, bewundert und auf Fotos festgehalten haben. (Ich habe mittlerweile versehentlich meine Kamera von einem Felsen aus ins Meer fallenlassen und muss daher hier leider auf Handyfotos zurückgreifen. Sorry!)

Wir haben mit viel Glück den gesamten Vulkanland Besuch ohne Regen überstanden, aber jetzt bei unserser Weiterfahrt fängt es an, heftig zu schütten. Daher halten wir in Taupo gar nicht erst an, obwohl die Stadt am grössten Kratersee der Nordinsel sicher einen Besuch wert wäre. Aber die Wolken hängen ganz tief, man hat keinerlei Aussicht und es regnet in einer Tour. Also was soll’s? Nach Taupo kommen wir durch ein sehr grosses Gebiet, das so eine Art Tundra ist. Sand, Steine und ganz niedriges Gestrüpp beherrschen das Bild bis an den Horizont. Links und rechts des schnurgeraden highways steigen im Hintergrund die Hügel an und an einer Stelle sehen wir sogar höhere Berge mit ein paar Schneeresten darauf. Bald schon sehen wir Schilder, die das gesamte Gebiet als Militärgebiet ausweisen. Der Durchfahrende wird streng darauf hingewiesen, auf der Strasse zu bleiben, da sonst Lebensgefahr durch Minen herrscht. Aha! Danke auch. Ich denke mal, wir sind nun endgültig „off the beaten track“ = abseits der normalen Touristenstrecke. Und obwohl uns dieses Militärding ein bisschen verblüfft hat sind wir doch von der Landschaft irgendwie eingefangen. Eigentlich ist es nämlich total langweilig und trotzdem (oder gerade deswegen?) irgendwie grandios. (Leider kann ich aufgrund miserabler Ausstattung und miserablen Sichtverhältnissen keine Fotos liefern).

Wir erreichen ein kleines Städtchen namens Waitape, wo wir an einem netten kleinen Motel halten und den unglaublich schwulen Manager solange freundlich belabern bis er uns ein Zimmer zu einem Sonderpreis gibt. (Ich weiss bis heute nicht, wie genau das zustande gekommen ist!) Auf jeden Fall haben wir ein schönes Zimmer mit Küche und einem schönen Bad, alles tip top sauber, rund 30% günstiger und können auch noch die Waschmaschine und den Trockner benutzen. Happy Happy! Lecker Abendessen, saubere heisse Dusche und alle Wäsche gewaschen – tja, auf solch elementare Dinge beschränkt sich das Streben eines (Langzeit-) Reisenden abseits der Hotels und Resorts. 😉

Am nächsten Morgen regnet es noch immer in Strömen, doch wir bleiben optimistisch und fahren weiter – was bleibt uns auch anderes übrig?! Die Landschaft verändert sich und besteht jetzt hauptsächlich aus ziemlich runden, grünen Hügeln – Hobbitland! Schafe und Kühe sehen aus wie auf das Grün getupft, vereinzelt bekommen wir eine Farm zu Gesicht. Mensch, hier musst du mit Alleinesein echt klar kommen! Wir fahren oft viele Kilometer von einer Farm bis zur nächsten, ganz zu schweigen von Ortschaften. Gestern ud heute habe ich Neuseeland zum ersten mal wirklich als dünn besiedelt erlebt. Leider regnet es den ganzen Tag ohne Pause, trotz unseres Optimismus. Wir haben in Whanganui ein Zimmer in einerm Motel gebucht und sind froh, dass wir nicht im Regen herumsuchen müssen. Die Rezeptionistin ist sehr freundlich und aufgeschlossen und erzählt uns, dass das Motel gerade eben gestern verkauft worden war und die neuen Besitzer den ersten Tag offen hätte. Daher wären auch keine anderen Gäste hier. Schon wieder!! Ich könnte mich kaputtlachen! Ein ganzes Motel für uns alleine. Das Zimmer ist okay und die grosse Gemeinschaftsküche lädt geradezu zu einer richtigen Kocherei ein. Unser Koch schwingt also die Messer und wir bekommen ein Superabendessen. Da es immer noch giesst hauen wir uns im Wohnzimmer von den riesengrossen Fernseher, köpfen eine Flasche Wein und schauen uns eine DVD an. Gemütlich, irgendwie fast ein bisschen wie zuhause zu sein…..

Bei strahlendem Sonnenschein machen wir uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Paraparaumu. Wir halten ein paar Mal unterwegs aber eigentlich gibt es hier nicht wirklich was Tolles zu sehen. An unserem Ziel angekommen gehen wir direkt an den Strand, den wir nach nur wenigen Tagen im Inland doch schon vermisst haben. Wir finden ganz viele ganz tolle Muscheln und Schnecken und sind schon wieder total im Sammlerhimmel. (Was soll ich nur mit all den Muscheln machen? Die sind ja auch schwer! Aber sooo schön!!)
Unsere heutige Unterkunft ist der absolute Knaller! Wir haben einen ganzen Gästeflügel für uns, zwei Schlafzimmer, Bad, Wohnzimmer, Balkon alles neu und super liebevoll eingerichtet. Flauschige Handtücher, duftende Betten, Tee Kaffee und Kekse stehen bereit und wir fühlen uns wie im Himmel! Das schöne, grosse Haus steht direkt an einem Fluss und nur wenige hundert (unverbaute) Meter vom Meer entfernt. Nachdem wir eingecheckt und uns hemmungloser Freude hingegeben haben beschliessen wir einen langen Spaziergang am Fluss entlang und ans Meer. Unterwegs kommen wir mit einer Frau ins Gespräch, die uns auch gleich mitteilt, dass sie Maori ist. Also teilweise Maori (es gibt überhaupt keine reinen Maori mehr). Sie erzählt uns eine ganze Menge über die Geschichte und über die aktuelle Lage der Maori, was sehr interessant ist. Allerdings ist sie sehr zornig und das passt so gar nicht zu unserer Happy-Holiday Stimmung, so verabschieden wir uns nach einer Weile sehr herzlich von ihr und bedanken uns auch ehrlich für die erhaltenen interessanten Infos. An anderer Stelle erzähle ich dir ein bisschen mehr über die neuseeländische Geschichte, aber noch weiss ich selber zu wenig.

Wir verbringen einen gemütlichen Abend und als wir am Morgen aufstehen finden wir ein ganzes Frühstücksbuffet vor! So was gab’s noch gar nicht! Alles, was das Herz begehrt steht da, hübsch aufgebaut und zum Verzehr bereit, und zwar erstklassige Produkte!
Zudem bieten uns unsere Gastgeber an bis zum Nachmittag im Apartement zu bleiben und das lassen wir uns nicht zweimal sagen. Bis Wellington ist es nur noch eine kurze Strecke und wir haben genügend Zeit. So gehen wir noch einemal zu einem anderen Strand und finden noch schönere Muscheln. In Massen! Unglaublich! Und jede Menge hübsches Treibholz – man wünscht sich direkt, Künstler zu sein…. Wir verbummeln den ganzen Vormittag am Strand und fühlen uns so entspannt und gelöst wie nur was, herrlich!

Schliesslich müssen wir aber doch unser Auto beladen und uns auf den Weg nach Wellington machen. Ich checke noch kurz die Adresse unseres Apartements und – Schreck!!! – stelle fest, dass ich keine Bestätigung der Buchung bekommen habe und somit auch keine Reservierung habe! Oh Mist, dann heisst es jetzt aber hurtig nach einer Unterkunft gesucht! Glücklicherweise finden wir schnell etwas und können uns so ganz entspannt auf den Weg machen. In Wellington angekommen melden wir uns dann bei unserem Host zur Schlüsselübergabe und es stellt sich heraus, dass er ganz neu auf dieser Webplattform ist und keine Ahnung hat, wie das zu laufen hat. Wir brauchen gefühlte hundert SMS bis er dann tatsächlich erscheint und uns die Schlüssel übergibt. Die kleine Wohnung liegt sehr zentral, im 15. Stock eines grossen Hauses und ist modern und minimalistisch eingerichtet. Wir checken ein und machen uns dann auf zu einem ersten Erkundungsgang durch die Stadt. Wir bummeln am Hafen entlang, schauen uns die Schaufenster an, schlecken ein Eis und versuchen, uns zu orientieren. Eine durchaus sehr angenehme Atmosphäre herrscht hier, da die Sonne so schön scheint und es recht schön warm ist kann man sich fast fühlen wie am Mittelmeer. Tatsächlich sschlendern viele Menschen müssig durch die gegen, die Strassencafé und Bars sind voll und jeder scheint gute Laune zu haben.

Unser Abendessen nehmen wir heute einmal in einem hübschen Restaurant ein. Leider ist das Essen nur so lala, die Rechnung dafür gesalzen. (Hab ich schon erwähnt, dass Neuseeland recht teuer ist?) Unser Grosser ist auf jeden Fall noch nicht satt und so bummeln wir noch über den Foodmarket, der heute in der Fussgängerzone abgehalten wird. Er bekommt eine richtige Currywurst, die ihm offensichtlich besser schmeckt, als das Essen im Restaurant. Zufrieden und satt und müde fallen wir in unsere Betten.

Am nächsten Tag beschliessen wir einen Besuch im berühmten Te Papa Museum zu machen. Wir erfahren in diesem modernen, interaktiven Museum viel Interessantes über das Erdinnere und die Bewegungen der verschiedenen Erdplatten, sowie über Erdbeben und Tsunami. Eine weiter Abteilung bietet Wissenswertes über Flora und Fauna Neuseelands und wir schauen uns unter anderem an, wie die Muscheln heissen, deren Schalen wir am Strand gefunden haben. (Leider hat mein reiseumnebeltes Gehirn diese Details schon wieder vegessen!) In einem dritten Teil des Museums wird über die Geschichte des Landes informiert, aus meiner Sicht allerdings etwas einseitig die weisse Siedlergeschichte in den Vordergrund gestellt. Es gibt allerdings schon einiges auch von den Maori, wie beispielsweise ein grosses Kanu (Waka genannt), nachgebaute Hütten und ein kunstvoll mit Schnitzereien verziertes Versammlungshaus, sowie Flechtwaren, Waffen und Musikinstrumente. Den Höhepunkt der Ausstellung stellt ein modernes Kunstwerk dar: ein nachgebautes Versammlungshaus, das alle wichtigen Maorikennzeichen hat, allerdings nicht nur die Insignien des einzelnen Stammes aufweist, sondern die aller Völker. Auch viele Tiere und Pflanzen sind mit abgebildet. Die Aussage der diversen Künstler soll sein: Alle Völker unter einem Dach vereint und Frieden für alles Leben auf dem Planten. Ein sehr beeindruckendes Kunstwerk mit einer wundervollen Botschaft. (Es sieht auf dem Foto ein bisschen kitschig aus, aber es ist echt schön! Für bessere Bilder und mehr Info bitte hier klicken)
Alles in allem ein tolles und sehr empfehlenswertes Museum und ein gelungener Tag. Wir spazieren noch eine Weile durch die Stadt, doch die Stimmung sinkt jetzt rapide ab – es ist unser letzter Tag zusammen, morgen fliegen die beiden zurück nach Hause……

Das Taxi wartet um vier Uhr morgens auf die beiden. Wir drücken uns alle fest und ich weiss gar nicht, wer sich eigentlich am schlechtesten fühlt……
Jetzt bin ich also wieder alleine und auf mich gestellt. Nach fast fünf Wochen gemeinsamen Reisens mit meinen Freunden ist das ein sehr komisches Gefühl, aber trotzdem bin ich froh, dass ich noch weiter reisen kann und noch nicht wieder zurück muss. Was wohl jetzt auf mich zukommt? Auf jeden Fall brauche ich ein bisschen Ruhe und Zeit für mich, um all die vielen Eindrücke der letzten Wochen zu verarbeiten. Da trifft es sich gut, dass ich einen Housesit ergattern konnte, irgendwo im Nirgendwo auf einer Farm….

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