Raus aus der Box! oder: Wie ich Angst in Freude verwandelte

Ich möchte dir heute einmal etwas sehr Persönliches gestehen:

Manchmal ist mein Leben langweilig, fad, öde……der gleiche Job, die gleichen Freunde, die gleichen Gespräche, immer das Selbe tagein tagaus! Geht es dir auch manchmal so?

Wir sind in unseren Gewohnheiten und Glaubensstrukturen gefangen und kommen nicht raus aus unserer Komfortzone, aus unserer Box. Das ist sicher, ja klar! Und auf die Dauer laaaaangweilig!!

Gestern bin ich rausgehüpft aus meiner Box! Ich hab nicht bloss seufzend die Nase rausgestreckt und mir gedacht, wie schön es doch wäre, wenn…….

Ich war zum allerersten Mal beim Tauchen! Erster Tauchgang 1

Pfff, denkst du jetzt vielleicht. Bloss tauchen? Was ist das schon?

Aber für mich war es etwas Grosses. Ich habe mich meiner wohlgenährten, wenn auch einigermassen irrationalen Angst vor dem möglichen Ertrinken gestellt. Du  musst wissen, dass ich keine Wasserratte bin und das Wasser nicht wirklich mein Element ist (obwohl ich auf einer Insel lebe 😉 ). Beim Schnorcheln kann ich den Schnorchel nicht benutzen weil ich die volle Panik schiebe wenn oben Wasser reinkommt. Und besonders gut schwimmen kann ich auch nicht.

Nachdem ich aber im letzten Jahr meine langgepflegte Angst vor dem Motorradfahren mit viel Spass aufgelöst hatte wollte ich mich nun dem Element Wasser stellen. Also ab zur Tauchschule!

Nach einer ausführlichen Einführung und ein paar Trockenübungen fingen wir im flachen Wasser an, ein paar Spielchen zu machen. Abtauchen, Auftauchen, Weste aufblasen und die Luft wieder ablassen, erste kleine Schwimmversuche. Bei jedem Abtauchen musste ich mich bewusst über meinen angeborenen Reflex, die Luft anzuhalten hinwegsetzen und eben weiteratmen. Das ist mein Knackpunkt und er bereitete mir auch ganz schönes Herzklopfen.

Dem Tauchlehrer hat wohl gefallen, was ich da so machte, denn er schnappte kurzentschlossen meine Hand und los ging’s ins Meer. Wir tauchten an der Küste entlang und ich war komplett damit beschäftigt, einfach nur zu atmen. Und dann bekam ich Wasser in die Brille. Panik! Hilfe! Bloss schnell hoch! Urgh……..

Irrational, aber schwierig zu kontrollieren. Ich wollte einfach nur hoch und „richtige“ Luft atmen und die Brille absetzen! Wie alles beim Tauchen muss auch das Aufsteigen langsam gehen…….Hilfe!!

Ahh, Luft! Ein paar tiefe Atemzüge und alles war wieder gut. Und jetzt? Aufgeben und zurück in die alte Begrenzung? Angst bestätigt und Thema durch?

Never! Ein zweiter Versuch – und los.  Atemstöpsel wieder in den Mund, Brille aufgesetzt, Luft ablassen und langsam absinken, atmen, losschwimmen, atmen, den Luft anhalten-Reflex wahrnehmen und bewusst atmen, tiefer tauchen und atmen – fast wie eine Meditation!  Alles ist gut, ich kann mich entspannen!

Und da sehe ich plötzlich die Fischschwärme, die Seesterne und Seeigel, den Meeresboden, die Sonne, die durch das Wasser glitzert….eine neue und wunderschöne Welt zeigt sich mir. Ich gleite ohne Anstrengung und schwerelos durchs Wasser, schwimme mitten in einem Schwarm Fische und sie flüchten gar nicht. Alles ist langsam, still und irgendwie getragen. Ich bekomme Wasser in die Brille. Einen Herzschlag lang kommt die Erinnerung an meine Panik auf, ich atme und erkennne sie. Ich entspanne mich bewusst und atme und im nächsten Augenblick ist alles ruhig in mir. Ist ja schliesslich auch bloss ein bisschen Wasser!

Ich geniesse meinen Tauchgang mit allen Sinnen und werde wirklich belohnt. Welch eine Schönheit unter Wasser! Und was für eine Erfahrung! Ich kann meine Ängste wahrnehmen, erkennen, lösen und in pure Freude verwandeln! Danke schön!!

Eerster Tauchgang 2

Wie gehst du mit deinen Ängsten um? Hast du einen Trick, wie du eine Angst oder ein anderes „negatives“ Gefühl löst?

Geniesse den Tag!

Deine Nicole

 

6 Gedanken zu „Raus aus der Box! oder: Wie ich Angst in Freude verwandelte“

  1. ….ich nehme meine Ängste an, als meine Kinder. Hallo liebe Angst, danke für dein Vertrauen, schön das Du dich an mich wendest….. Kann ich dir behilflich sein? Du sagst ja nix, na dann eben einfach mal gemeinsam tief durchatmen… oh das war schon alles, na denn bis zum nächsten mal. Ich weis ja, wenn du mir deine Befürchtungen näher beschreibst finden wir den Weg aus der Misere gemeinsam oder erkennen unseren Irrtum. Danke liebe Angst schön das du dich immer mal wieder spüren lässt, ich hab schon viel durch dir gelernt und freue mich auf eine anregende Zeit mit dir, selbst wenn ich deine Anwesenheit gerade nicht bermerke so hast du mich doch immer vor größerem Unglück bewahrt….

  2. liebe nicole!
    das mit dem wasser kenne ich auch – ich erzähle dir einfach meine geschichte!
    ich hatte mein leben lang angst vor dem wasser, habe erst mit 14 schwimmen gelernt, bin aber gerne geschwommen – aber immer mit dem kopf aus dem wasser – ja keinen tropfen ins gesicht …
    im babytagebuch, das meine mutter geführt hat, hab ich dann irgendwann gelesen, dass ich mit eineinhalb jahren für 3 monate bei einer tante war, weil meine mutter im krankenhaus lag. und diese tante hat mich mit dem kopf in einen kübel wasser gesteckt, damit ich aufhöre zu weinen (ich hatte hunger und heimweh!) natürlich habe ich sofort aufgehört und meine mutter hat noch geschrieben, dass sie mir danach nur mehr drohen musste mit dem wasser – ich habe sofort aufgehört!
    da ist mir einiges klar geworden – konnte das „problem“ aber nicht alleine lösen!
    vor 14 jahren lernte ich dann meine frau kennen, die hat mit ganz viel geduld mir die angst genommen – also die, die leicht zu überwinden ist. als erstes hat sie mir eine schwimmbrille gekauft – damit war kopf ins wasser schon um vieles einfacher!
    jetzt mache ich handstand im wasser …
    vergangenen sommer habe ich dann beschlossen ich möchte einen tauchkurs machen – ich habe es wirklich bis zum scuba-diver geschafft!!! ich bin megastolz auf mich!
    und ich bleibe weiter dran – im nächsten jahr geht es weiter!
    ein kleines hindernis hat mein körper sich allerdings wieder ausdenken müssen – ich hatte ein loch im trommelfell nach einer schweren entzündung, wodurch ich jetzt pause machen muss, ich bin aber fest entschlossen mir diesen spaß nicht weiter verleiden zu lassen! es macht unheimlich spaß !!!

    und nun zu meinem trick – die panik steigt manchmal ganz tief in mir auf und dann atme ich tief durch und wenn ich mich nicht danach fühle unterzutauchen, dann lasse ich es – ich setze mich nicht unter druck und mache genau das was mir mein gefühl sagt!

    alles liebe
    inge

    1. Vielen Dank für deine Geschichte, liebe Inge! Das macht uns allen doch Mut, uns unseren Ängsten zu stellen. Und ich finde auch sehr toll, dass du dich für das Erreichte lobst und stolz auf dich bist, und dir trotzdem die Freiheit lässte, es zwischendurch auch mal nicht zu schaffen. Super! Danke für deine Offenheit!
      Liebe Grüsse,
      Nicole

  3. Hallo liebe Nicole,

    nachdem ich nun deinen Artikel gelesen habe, kam mir gerade so die Idee, wenn Wasser nicht dein Element ist wäre es möglich das du (oder besser ein Seelenanteil von dir) ertrunken sein könnte. Da ich seit einigen Jahren bemert habe wie ich immer mehr und mehr Aurafühlig werde, wurde mir durch die Bodo-Deletz-Akademie immer bewußter, das das meine Berufung ist, den Menschen zu helfen, ihre „mitgebrachten“ Ängste und Einschränkungen zu überwinden.
    Da du mir heute nun so eine liebe Nachricht bei FB geschickt hast, vollgepackt mit Liebe und Dankbarkeit, möchte ich nun dein Angebot annehmen, mich auf deinem Blog zu „verewigen“.
    Wünsche dir weiterhin alles liebe, gute und die allerbesten Wünsche für dich und dein Vorhaben.
    Fühle dich ganz toll geknuddelt
    Claudia

    1. Liebe Claudia,
      danke für deinen Kommentar. Ist ein interessanter Blickwinkel über den ich auch schon spekuliert habe…..:-) vielleicht reden wir ja mal darüber. Magst du dich vielleicht für meinen newsletter eintragen? Dann bekommst du immer eine mail mit dem neuesten Artikel von mir und verpasst so nichts Interessantes. Ich freue mich auf jeden Fall, dass du hier dabei bist! Vielen Dank für dein Interesse.
      Ganz herzliche Grüsse, Nicole

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